Weniger Verkehrsunfälle

ST.GALLEN. In der Stadt St.Gallen und auf der Stadtautobahn ereigneten sich 2013 deutlich weniger Verkehrsunfälle als im Jahr zuvor. Das zeigt die kantonale Verkehrsunfallstatistik. Sicherheitsmängel gibt es vor allem bei Fussgängerstreifen.

David Gadze
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Im Rosenbergtunnel kam es im März vergangenen Jahres zu einer Massenkarambolage mit insgesamt 16 Fahrzeugen und drei Leichtverletzten. (Bild: Ralph Ribi)

Im Rosenbergtunnel kam es im März vergangenen Jahres zu einer Massenkarambolage mit insgesamt 16 Fahrzeugen und drei Leichtverletzten. (Bild: Ralph Ribi)

Der Verkehr in der Stadt und im Kanton St. Gallen ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr sicherer geworden. Die Verkehrsunfälle sind in allen Regionen des Kantons rückläufig. Das geht aus den Zahlen der kantonalen Verkehrsunfallstatistik 2013 hervor (Tagblatt vom Donnerstag).

82 Unfälle weniger als 2012

In der Stadt St. Gallen gingen die Verkehrsunfälle von 671 im Jahr 2012 auf 589 im vergangenen Jahr zurück. Dabei wurden 180 Personen verletzt, davon 22 schwer. Zwei Personen verloren im städtischen Verkehr ihr Leben, beide auf Fussgängerstreifen. Die Zahl Getöteter blieb damit auf dem Niveau des Vorjahres. Im ganzen Kanton stieg sie von 16 auf 23 an. Die Gründe für die Zunahme sind der Kantonspolizei ebenso unbekannt wie jene für den Unfallrückgang in der Stadt St. Gallen. Diesen kann auch Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt, nicht auf bestimmte Massnahmen zurückführen.

Auf der Stadtautobahn ereigneten sich 2013 insgesamt 97 Unfälle. Das sind 24 weniger als 2012. «Schwerpunkt» war die Massenkarambolage im Rosenbergtunnel vom 26. März 2013, in die insgesamt 16 Fahrzeuge involviert waren. Die Zahl Verletzter sank von 43 auf 40.

Viele Unfälle in den Tunnels

Bei Unfällen in Tunnels belegt die Stadt kantonsweit die ersten drei Plätze. Am meisten Unfälle wurden im Rosenbergtunnel registriert (14), gefolgt vom Stephanshorntunnel (12) und vom Schorentunnel (9). Das sei einerseits auf die Verkehrsbelastung auf der Stadtautobahn und in den Tunnels zurückzuführen, schreibt die Kantonspolizei in der Verkehrsunfallstatistik. Die Auslastung liege über der ursprünglich geplanten Kapazitätsgrenze. Andererseits seien die fehlenden Pannenstreifen und die zu kurzen Einspurstrecken Gründe für die Unfälle.

Um den Verkehrsfluss und die Sicherheit auf der chronisch überfüllten Stadtautobahn zu erhöhen, beschloss das Bundesamt für Strassen im vergangenen Jahr ein Überholverbot für Lastwagen im Rosenberg- und im Stephanshorntunnel. Dieses wurde am 18. Dezember 2013 signalisiert. Vergleichswerte zum Vorjahr gebe es bisher noch nicht, sagt die Kantonspolizei auf Anfrage. Auf der Stadtautobahn sei es seither aber «ruhiger geworden», sagte Christian Aldrey, Leiter Verkehrspolizei bei der Kantonspolizei.

Gesamtkantonal gingen auch die Verkehrsunfälle auf Fussgängerstreifen von 77 auf 67 und die Zahl Verletzter von 73 auf 62 zurück. Drei Personen kamen ums Leben, zwei davon in der Stadt St. Gallen, wo sich 2013 19 Verkehrsunfälle auf Fussgängerstreifen ereigneten. Dabei wurden 13 Personen leicht und drei schwer verletzt. Vergleichswerte zum Vorjahr für die Stadt waren gestern nicht erhältlich.

Zebrastreifen sicherer machen

Bei den Zebrastreifen will der Kanton ansetzen. Eine umfassende Überprüfung von Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen durch das kantonale Tiefbauamt zeigte im letzten Herbst, dass knapp die Hälfte Sicherheitsmängel aufweist. Eine flächendeckende Sanierung soll im Zuge des 16. kantonalen Strassenbauprogramms (2014–2018) in Angriff genommen werden.