Weniger Kehricht verbrannt

Im Kehrichtheizkraftwerk (KHK) im Sittertobel ist 2014 deutlich weniger Abfall verbrannt worden als im Jahr zuvor. Das hat zur Hauptsache mit dem temporären Ausfall der Anlage wegen Bauarbeiten zu tun.

Daniel Wirth
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Im Kehrichtheizkraftwerk im Sittertobel wurden 2014 in gut 8000 Stunden über 70 000 Tonnen verbrannt. (Bild: Ralph Ribi)

Im Kehrichtheizkraftwerk im Sittertobel wurden 2014 in gut 8000 Stunden über 70 000 Tonnen verbrannt. (Bild: Ralph Ribi)

70 363 Tonnen Abfall wurden im vergangenen Jahr im Sittertobel im Kehrichtheizkraftwerk (KHK) verbrannt; das waren 3057 Tonnen oder gut 5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Aus den Vertragsgemeinden wurden knapp 33 000 Tonnen angeliefert, das waren unwesentlich weniger im Vergleich mit dem Vorjahr. Im KHK in St. Gallen wird der Kehricht von insgesamt 41 Städten, Bezirken und Gemeinden aus den Kantonen St. Gallen (17), Appenzell Ausserrhoden (18), Appenzell Innerrhoden (5) und Thurgau (1) verbrannt.

214 Kilogramm pro Einwohner

Der Abfall, der in der Stadt St. Gallen zusammenkam und im KHK verbrannt wurde, ging indessen um 5022 auf 37 896 Tonnen zurück, was einer Reduktion von knapp 12 Prozent entspricht. Auffallend ist dabei: Der Sammeldienst in der Stadt führte dem KHK etwas mehr als 17 000 Tonnen zu, gleich viel wie im Jahr zuvor. Das heisst: Jede St. Gallerin, jeder St. Galler produzierte 214 Kilogramm Hauskehricht und Sperrgut; das waren drei Kilogramm weniger als im Vorjahr. Dieser Pro-Kopf-Rückgang bei gleicher Gesamtmenge Abfall ist mit dem Bevölkerungswachstum zu erklären.

Weniger Güsel von Firmen

Deutlich weniger Abfall als im Vorjahr wurde vergangenes Jahr von der Industrie und dem Gewerbe, das in der Stadt angesiedelt ist, angeliefert: Hier war ein Rückgang von 20 000 auf gut 16 000 Tonnen zu verzeichnen; das ist ein Fünftel weniger. Dieser Rückgang ist markant, aber auch einfach zu erklären: Die Anlage stand zehn Tage komplett still, der Abfall wurde in diesre Zeit in anderen Anlagen, etwa in Buchs im Rheintal, verbrannt, wie Marco Sonderegger, Unternehmensleiter erklärt. Dass ein Ofen abgestellt werden müsse, komme wegen Revisionsarbeiten regelmässig vor. Dass die ganz Anlage abgestellt werden müsse, sei dagegen eine Seltenheit. Das KHK im Sittertobel wird gegenwärtig ausgebaut und modernisiert.

Leicht rückläufig war der Klärschlamm, der in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Au anfiel und im Sittertobel verbrannt wurde: 2014 waren das 4643 Tonnen, im Jahr zuvor 5838 Tonnen.

Weil unter dem Strich deutlich weniger Kehricht verbrannt wurde, war auch der Ofen der Anlage weniger lang in Betrieb: Während er 2013 noch 8196 Stunden heizte, war er im vergangenen Jahr noch 8026 Stunden in Betrieb. Im Geschäftsbericht steht, der Unterbruch im KHK habe zu keinerlei Problemen geführt.

Viel Energie produziert

Warum das KHK heute ein KHK und keine KVA (Kehrichtverbrennungsanlage) wie bei der Inbetriebnahme in den 1970er-Jahren ist, machen folgende Zahlen deutlich: Im vergangenen Jahr wurden im Sittertobel gut 30 Millionen Kilowattstunden Strom und knapp 160 Millionen Kilowattstunden Wärme produziert. Diese eindrücklichen Zahlen gingen im Verhältnis der Abfallmengen im Vergleich mit dem Vorjahr ebenfalls retour.

Im Kleinen und im Grossen

Im KHK wird tonnenweise Hauskehricht verbrannt und Energie produziert. Ein bewusster Umgang mit Konsum und Abfall fängt im Kleinen an und ist im öffentlichen Raum genauso wichtig wie daheim. Darum wird in diesem Jahr bei Festanlässen der Mehrwegbecher «St. Gallen ist Spitze» eingeführt (Zweittext).

Beim Sammeln von Altpapier, Glas und Aluminium waren die Stadtsanktgaller 2014 etwa gleich fleissig wie im Jahr zuvor.

Vorlage für Grünabfuhr kommt

Abfall entsteht auch bei Arbeiten im Garten. Gemäss Geschäftsbericht der Entsorgung St. Gallen (diese Fachstelle hiess früher Entsorgungsamt) soll noch in diesem Jahr eine Vorlage für die Einführung einer Grünabfuhr ins Stadtparlament gelangen. Über eine Grünabfuhr wird schon lange diskutiert.