Weniger Geld an Institutionen

GOSSAU. Der Stadtrat will die Standortförderung streichen sowie seine Beiträge an das Schloss Oberberg und die Stiftung Schwarzer Adler kürzen. Sparpotenzial sieht er auch in schlankeren Verwaltungsstrukturen. Das dürfte die SVP freuen.

Marion Loher
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Für den Unterhalt und den Betrieb des Schlosses Oberberg soll der Förderverein 20 000 Franken weniger von der Stadt bekommen. (Archivbild: Hannes Thalmann)

Für den Unterhalt und den Betrieb des Schlosses Oberberg soll der Förderverein 20 000 Franken weniger von der Stadt bekommen. (Archivbild: Hannes Thalmann)

37 Massnahmen schlägt der Stadtrat dem Parlament heute in einer Woche vor, um den städtischen Finanzhaushalt zu entlasten. Etwa ein Drittel fällt in den Bereich «Inneres Finanzen Kultur». Hier sieht der Stadtrat ab 2014 ein Sparpotenzial von 445 000 Franken und ab 2018 gar von 775 000 Franken.

Kürzung ist «kein Pappenstiel»

Zwei Sparvorschläge haben bereits kurz nach Bekanntwerden für Unmut bei den Betroffenen gesorgt. Es sind dies die Kürzung der Beiträge an das Schloss Oberberg und an die Stiftung Schwarzer Adler (Ausgabe vom 21. August). Letztere soll jährlich statt 40 000 noch 30 000 Franken bekommen. Für Präsident Christoph Bossart ist dies «kein Pappenstiel». Ähnlich sieht es Albert Lehmann, Präsident des Fördervereins Schloss Oberberg. Kürze die Stadt ihren Beitrag wie vorgesehen um 20 000 auf jährlich 30 000 Franken, müssten neue Einnahmequellen gefunden werden, sagt er. Denn die Ausgaben seien gegeben.

Noch «Luft» in der Verwaltung

Am meisten Geld gespart werden könnte, wenn die Prozesse in der Verwaltung optimiert würden. 400 000 Franken wären es ab 2016 jährlich. Diese finanzielle Entlastung ist laut Bericht und Antrag des Stadtrats beispielsweise bei einer vermehrten abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit möglich. Oder, wenn «Kompetenzen und Verantwortlichkeiten auf möglichst tiefer Hierarchiestufe» angesiedelt würden. Zu den spürbaren Auswirkungen lässt sich laut Stadtpräsident Alex Brühwiler – er steht dem Ressort «Inneres Finanzen Kultur» vor – noch nichts sagen. Finanziell würde sich die Massnahme aber in etlichen Positionen des Sach- und Personalaufwandes niederschlagen, so Brühwiler. Bislang scheint dieser Vorschlag nicht umstritten zu sein und dürfte im Parlament auch gut ankommen. Insbesondere die SVP hatte mehrmals betont, dass es «in der Verwaltung noch Luft» habe.

Keine Standortförderung mehr

Einen geringeren finanziellen Aufwand soll auch durch weniger öffentliche und stadtinterne Veranstaltungen (100 000 Franken pro Jahr) und durch die Streichung der Vereinsseite in der Gossauer Zeitung (50 000 Franken) erreicht werden. Zudem will der Stadtrat künftig auf das St. Galler Tagblatt als amtliches Publikationsorgan verzichten (20 000 Franken).

Ganz aufgelöst werden soll die Standortförderung. Damit könnten jährlich 125 000 Franken gespart werden. Die Mittel für die Standortförderung hat das Parlament schrittweise von 250 000 auf 150 000 und mit der Integration in die Verwaltung im vergangenen Jahr auf letztlich 125 000 Franken gekürzt. Seither verzichtet die Stadt auf Aktivitäten mit werbendem Charakter. Was, wenn das Parlament dem Vorschlag des Stadtrats folgt? Dann müssten die finanziellen Mittel für Standortförderungsprojekte wie etwa die «Nutzungsstrategie Altstadt» künftig anderweitig budgetiert oder beantragt werden, sagt Brühwiler.

Walter-Zoo-Beitrag bleibt

Dem Spardruck nicht zum Opfer fallen soll der Walter-Zoo. Der Stadtrat will an seinem jährlichen Beitrag von 150 000 Franken festhalten. Hierfür ist eine separate Vorlage ausgearbeitet worden, die dem Parlament am 24. September unterbreitet wird.