Weniger Frauen auf den Wahllisten

Aus dem Wahlkreis Rorschach stellen sich für die kommenden St. Galler Kantonsratswahlen 63 Personen zur Wahl. Die Kandidaturen verteilen sich auf zehn Listen. Der Frauenanteil auf den Listen ist im Vergleich zu den Wahlen von 2012 um 10 Prozent zurückgegangen.

Patrick Baumann
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REGION. In zwei Monaten, am 28. Februar, finden in St. Gallen die Kantonsratswahlen statt. Zu vergeben sind 120 Sitze. Davon entfallen, wie bereits bei den Wahlen von 2012, zehn Sitze auf den Wahlkreis Rorschach. Einen Sitz eingebüsst hat der Wahlkreis St. Gallen, dem neu 29 statt 30 Sitze zustehen. Im Gegenzug beansprucht der Wahlkreis Sarganserland im Vergleich zu den Kantonsratswahlen von vor vier Jahren einen zusätzlichen Sitz. Das Sarganserland kommt neu auf zehn anstatt neun Sitze. Aus dem Wahlkreis Rorschach bewerben sich nicht weniger als 63 Personen um einen Sitz im Kantonsparlament. Das sind um sieben mehr als bei den Wahlen im Vorfrühling 2012.

Frauen in der Minderheit

Von den 63 Kandidaturen entfallen 17 auf Frauen und 46 auf Männer. Auffallend ist, dass sich im Vergleich zu den Wahlen von vor vier Jahren weniger Frauen aus dem Wahlkreis Rorschach für eine Mitarbeit im Parlament interessieren. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Kandidierenden ist um zehn Prozent zurückgegangen. Bei den Wahlen 2012 betrug der Anteil 36,4 Prozent, während er für die Wahlen im Februar nur noch 27 Prozent beträgt. Dieser Trend lässt sich auch auf kantonaler Ebene beobachten. Vor acht Jahren machte der Frauenanteil unter allen Kandidierenden noch 33,7 Prozent aus. Vor vier Jahren waren es noch 29,5 Prozent und für die Wahlen 2016 liegt der kantonale Durchschnitt bei 29,1 Prozent.

Frischer Wind

Die 63 Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Wahlkreis Rorschach verteilen sich auf zehn Listen. Das sind vier mehr als 2012. Neben den vier Regierungsparteien CVP, FDP, SP und SVP haben auch die EVP, die Parteifreien, die Jungfreisinnigen und die Grünliberalen gemeinsam mit der BDP eine Liste eingereicht. Die Grünen treten nicht mehr mit einer separaten Liste an, sondern haben sich mit der SP und den Gewerkschaften auf einer Liste zusammengeschlossen. Als Einzelkämpfer steigen Marcel Eck mit seinem «Bündnis gegen Korruption und Beamtenwillkür» und Manuel Cadonau mit «mehr Familie – mehr Freiheit – mehr Sicherheit» ins Rennen.

Attraktives Kantonsparlament

Für die kommenden kantonalen Wahlen bewerben sich Personen aus den unterschiedlichsten Berufen. Für die EVP steigt beispielsweise Meisterlandwirt Wieland Bärlocher ins Rennen. Für die SP die Bereichsleiterin der Frauenzentrale St. Gallen, Jacqueline Schneider. Für die GLP der Steinacher Gemeinderat Andreas Müller und auch die Studenten sind mit Yusuf Barman von den Jungfreisinnigen vertreten. Ausserdem kandidieren einige Gemeindepräsidenten aus der Region. Für die FDP steigen Robert Raths (Staad) und Roland Brändli (Steinach) ins Rennen. Für die SVP tritt deren Fraktionspräsident Michael Götte (Tübach) an. Ebenfalls um einen Kantonsratssitz bewirbt sich Felix Bischofberger (CVP), der das Kantonsparlament von 2012 bis 2013 präsidierte. Für einen der beiden freiwerdenden Sitze in der St. Galler Regierung bewirbt sich der Parteilose Unternehmer Andreas Graf aus Steinach.

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