Wenig Hoffnung für die Mitarbeiter

Die Tipper Tie Alpina GmbH will ihren Schweizer Standort in Flawil schliessen. Dass die Entlassungen der 55 Mitarbeiter abgewendet werden können, ist eher unwahrscheinlich. Eine Stellungnahme der Geschäftsleitung hat es bislang noch nicht gegeben.

Andrea Häusler
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Martin Wicki GLP-Kantonsrat Andwil (Bild: Benjamin Manser)

Martin Wicki GLP-Kantonsrat Andwil (Bild: Benjamin Manser)

FLAWIL. 2011 zügelte die Tipper Tie Alpina GmbH die Produktion von Gossau auf das Flawiler Habis-Areal. Jetzt soll die Fertigung erneut verlegt werden. «An einen anderen Standort von Tipper Tie», wie den Mitarbeitenden zum Wochenbeginn mitgeteilt wurde. Das heisst: ins Ausland. Denn Flawil war der einzige Standort des international tätigen Unternehmens in der Schweiz. Eine Produktlinie soll ausserdem verkauft werden.

Kündigung im März

Den 55 Mitarbeitenden droht das berufliche Nichts. Zwar kann die Belegschaft im Rahmen des Konsultationsverfahrens bis Anfang Februar Vorschläge zur Abwendung des Stellenabbaus machen. Dass damit die Betriebsschliessung abgewendet werden kann, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Setzt Tipper Tie den Schliessungsplan um, erhalten die Mitarbeitenden ab März den blauen Brief.

Seitens der Unternehmensleitung war nach der Bekanntgabe niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Rainer Schmid, der seit 1. November 2014 für die Standorte Flawil und Glinde (D) verantwortlich ist und die «notwendigen taktischen und strategischen Entscheidungen zur Zielerreichung der Tipper Tie Group» umzusetzen hat – wie es auf der Firmen-Homepage heisst – hat sein Büro in Glinde bei Hamburg. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Bill Roy, sitzt in Chicago. Sämtliche Kontaktversuche scheiterten bislang. Nicht zum ersten Mal. Bereits früher war eine direkte Kommunikation mit Verantwortlichen der Unternehmensführung unmöglich. Denn Tipper Tie setzt nicht zum ersten Mal zahlreiche Mitarbeitende auf die Strasse.

Dritte Entlassungswelle

Die Schweizer Niederlassung wankte in der Vergangenheit wiederholt. Bereits zweimal versuchte sie sich mit Entlassungen in die Zukunft zu retten. Vor sieben Jahren hatten 48 der 172 Mitarbeitenden der damaligen Tipper Tie Alpina AG in Gossau ihren Arbeitsplatz verloren. «Aufgrund der Gefährdung des wirtschaftlichen Fortbestands des Unternehmens», wie es damals hiess.

Zwei Jahre später, 2011, verlegte Tipper Tie – jetzt eine GmbH – den Sitz von Gossau nach Flawil. Investitionen von rund vier Millionen Franken wurden in die Liegenschaft Waldau 1 beziehungsweise den Ausbau des Maschinenbaubereichs investiert. Auch wurde von einem klaren Bekenntnis zur Ostschweiz und zum Label «Swissness» gesprochen. Auf Kosten der Belegschaft der Tipper Tie Technopark GmbH im schleswig-holsteinischen Glinde. Die Verlegung der Produktion in die Schweiz brachte 70 Mitarbeitende in Deutschland um ihre Arbeitsplätze.

Ende 2014 war auch in der Schweiz nichts mehr von Aufbruchstimmung zu spüren: kurz vor Weihnachten bescherte Tipper Tie 30 Mitarbeitende mit der Kündigung. «Aufgrund veränderter Marktbedingungen.

Toni Thoma SVP-Kantonsrat Andwil (Bild: pd)

Toni Thoma SVP-Kantonsrat Andwil (Bild: pd)

Peter Boppart CVP-Kantonsrat Andwil (Bild: pd)

Peter Boppart CVP-Kantonsrat Andwil (Bild: pd)

Dunkle Wolken über der Schweizer Niederlassung von Tipper Tie in Flawil: Der Standort wird geschlossen. (Bild: Andrea Häusler)

Dunkle Wolken über der Schweizer Niederlassung von Tipper Tie in Flawil: Der Standort wird geschlossen. (Bild: Andrea Häusler)

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