Wenig Geld für die Kinder

Die Kinderspitex Ostschweiz ist als Non-Profit-Organisation auf Spendengelder angewiesen. Diese erhalten sie zum Bedauern von Geschäftsführer Thomas Engeli jedoch zu knapp.

Perrine Woodtli
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Roger Wick, Manager von der Amcor Flexibles Rorschach AG (links), überreicht Geschäftsführer Thomas Engeli eine Spende. (Bild: pd)

Roger Wick, Manager von der Amcor Flexibles Rorschach AG (links), überreicht Geschäftsführer Thomas Engeli eine Spende. (Bild: pd)

HORN. Die Spitex kennt hierzu- lande jeder. Das «Kind der Spitex» kennen jedoch nicht viele. Seit rund 15 Jahren gibt es die Kinderspitex Ostschweiz. Diese ist für nichts anderes wie die Spitex da – nur eben für Kinder. Doch die Organisation hat ein ganz anderes Problem nebst der teilweisen Unbekanntheit. Da die Spitextarife nicht kostendeckend sind, sind sie auf Spenden angewiesen. «Die Kinderspitex Ostschweiz ist sogar massiv auf Spenden angewiesen», sagt Thomas Engeli, Geschäftsführer der Kinderspitex Ostschweiz. An Geld fehle es an allen Ecken und Kanten. Die Kinderspitex Ostschweiz mit dem Sitz in Horn muss rund 40 Prozent der Kosten selbst abdecken. «Das summiert sich in einem Jahr erheblich.» In den vergangenen Wochen konnte Thomas Engeli eine Spende von rund 2000 Franken von der Amcor Flexibles Rorschach AG entgegennehmen. «Dies ist für eine Firma sehr grosszügig», betont Engeli. Er räumt jedoch ein, dass die Kinderspitex um solche Spenden kämpfen muss und teilweise einen grossen Aufwand dafür betreiben muss.

An Weihnachten ändert nichts

«Wenn wir uns nicht nach aussen zeigen und den Leuten von uns erzählen, kommt gar nichts rein, denn von sich aus spendet kaum jemand», sagt Engeli und ergänzt: «Viele kennen unsere Lage nicht. Somit kommt auch niemand auf die Idee, zu spenden.» Um mehr und überhaupt Gelder zu erhalten, informiert die Kinderspitex Ostschweiz laufend von ihrer Arbeit und ihren Projekten. «So war es auch bei Amcor und ihrer Weihnachtsspende. Wir fragten sie an, sie kamen daraufhin zu uns und schauten, was wir für eine Arbeit verrichten.» Auf die Frage, ob in der Weihnachtszeit vielleicht mehr Spenden eingehen würden, antwortet der Geschäftsführer mit einem klaren Nein. «Die Weihnachtszeit spüren wir nicht, dafür sind wir zu wenig bekannt.»

Spenden kann jeder und immer

Den grössten Teil der Spenden für die Kinderspitex Ostschweiz erhalten sie von Privatpersonen. Der Rest kommt laut Engeli von Firmen, Kirchen oder oftmals Vereinen. Diese Gelder wie auch diejenige von Amcor Flexibles AG werden für die nicht gedeckten Pflegeleistungen sowie die Weiterbildungen der Pflegefachfrauen eingesetzt. «Das Geld fliesst in die Pflege der Kinder und in die Löhne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.»

Engeli betont, dass es zu jeder Zeit möglich ist, zu spenden. «Die Leute können auf unserer Homepage entscheiden, ob sie direkt uns oder einem unserer Projekte Geld schenken möchten.» Ein aktuelles Projekt ist das Erholungshaus Hängematte in Weinfelden. Die Hängematte bietet Erholungsplätze für behinderte oder kranke Säuglinge und Kinder an. Dank dieser Entlastung erhalten die Familien die dringend notwendigen Freiräume, um neue Energie zu schöpfen, um sich gestärkt wieder dem Kind widmen zu können.

www.kinderspitex-schweiz.ch