Wenig Fragen zu teurem Schulbau

RORSCHACHERBERG. Der Gemeinderat informiert über sein Projekt im Wildenstein: Den baufälligen Kindergarten ersetzen, mehr Schulräume schaffen, den Parkplatz für die ganze Schulanlage anders anlegen. Die Bürger entscheiden an der Urne über 4,8 Millionen Franken für den Bau.

Fritz Bichsel
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Das Projekt: Bau für Schule und Kindergarten anstelle des Parkplatzes, neuer Parkplatz vor der Schulanlage. (Bild: Plan: Jaeger Köchlin Architekten)

Das Projekt: Bau für Schule und Kindergarten anstelle des Parkplatzes, neuer Parkplatz vor der Schulanlage. (Bild: Plan: Jaeger Köchlin Architekten)

Zu Vorlagen an die Bürger führt der Gemeinderat Rorschacherberg stets einen Infoabend durch – auch zu nicht umstrittenen. Als solche erweist sich ein Minischulhaus neben den Primarschulhäusern im Westen: Es kommen knapp zwanzig Leute – Nachbarn und und am Projekt Beteiligte.

Der Pavillon unterhalb der Strasse entstand als Provisorium, steht aber seit bald 50 Jahren und ist dem Verfall nahe. Er diente als Doppelkindergarten, inzwischen wird nur noch eine Abteilung benötigt. Die andere dient für die Bibliothek der Schule Wildenstein und für den Mittagstisch. Gemeinderat und Schule wollen nicht allein den Kindergarten ersetzen, sondern auch definitive Räume für die Bibliothek und neue Dienste der Schule schaffen: für Sozialarbeit, Förderung, Rhythmik und Mittagstisch.

Verkehr aus der Anlage verlegen

Deshalb sind im eingeschossigen Neubau aus Holz zwei Schulzimmer und ein Kindergarten samt Nebenräumen projektiert. Schulpräsident Markus Fässler erläutert, dass damit der aktuelle Bedarf gedeckt ist. Später könnten die Zimmer auch als Klassenzimmer genutzt werden.

Ursprünglich waren die Kosten auf dreieinhalb Millionen Franken geschätzt. Jetzt sind fast fünfeinhalb Millionen veranschlagt. Für die Planung bewilligten Bürger und Gemeinderat bereits gut eine halbe Million. Für den Bau beantragt der Gemeinderat jetzt 4,8 Millionen. Darüber stimmen die Bürger am 15. November an der Urne ab.

Weil er die Projektierung ohnehin ausschreiben musste, führte der Gemeinderat einen Wettbewerb durch. Die Architekten Jaeger und Koechlin aus Basel erläutern ihr Konzept, mit dem sie unter 70 Teilnehmern siegten: der Neubau anstelle des heutigen Parkplatzes und Kindergartens plaziert und der Parkplatz neu anstelle des Spielplatzes am Eingang zum Areal. Damit rollt Verkehr zur Schule nicht mehr durch die Anlage und kann die nur noch von wenigen Anwohnern befahrene Strasse eine Begegnungszone werden. Zudem gibt es so keine Einschränkungen für allfälligen Um- oder Ausbau der beiden Schulhäuser.

«Lohnender Mehraufwand»

Gemeindepräsident Beat Hirs zeigt sich glücklich über eine «schöne und verkehrstechnisch vorteilhafte Lösung». Der Aufwand für den Wettbewerb habe sich gelohnt, und auch für die Mehrkosten mit der Verlegung des Parkplatzes gebe es einen guten Mehrwert.

Projekt und Kredit lösen wenig Diskussion aus. Bürger fragen vor allem nach Sicherheitsmassnahmen in der Bauzeit von Frühjahr 2016 bis Sommer 2017. Geplant sind Fahrverbote für Lastwagen zu Zeiten, in denen viele Kinder unterwegs sind.