Welt wird weiter verbessert

Auch 2016 ist das Sozial- und Umweltforum ein Treffpunkt derer, die sich für eine bessere Welt engagieren. Das ist nicht selbstverständlich. Der idealistische Anlass stand nämlich vor dem Aus.

Kathrin Reimann
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Die Sufo-Kundgebung, wie hier vor drei Jahren, steht auf der Kippe, das Programm vom nächsten Jahr wird reduziert. (Archivbild: Coralie Wenger)

Die Sufo-Kundgebung, wie hier vor drei Jahren, steht auf der Kippe, das Programm vom nächsten Jahr wird reduziert. (Archivbild: Coralie Wenger)

«Heureka, es gibt uns noch», schrieb das Organisationskomitee des Sozial- und Umweltforums (Sufo) vor kurzem in seinem Newsletter. Klar ist: Das Sufo, das seit 2005 jährlich in St. Gallen über die Bühne geht und sich als Plattform für eine andere Welt versteht, findet am 27. und 28. Mai 2016 wieder statt. Unklar ist, in welcher Form.

Ein Thema für die Workshops

Bisher umfasste ein Sufo-Wochenende jeweils Workshops, eine Podiumsdiskussion, eine Kundgebung sowie ein Strassenfest. Nächstes Jahr soll die Veranstaltung in einer kleineren Form vonstatten gehen. «Uns fehlen die Ressourcen, das Sufo so zu gestalten, wie wir das eigentlich gerne würden», sagt OK-Mitglied Simon Kogler. Deshalb habe man sich entschieden, Workshops nur noch zu einem übergreifenden Thema anzubieten, damit es insgesamt weniger werden. «Bisher hatten wir immer sehr viele unterschiedliche Workshops, diese wurden aber nicht alle gut besucht», sagt Kogler. Teilweise hätten lediglich zwei Leute in den Kursen gesessen. «Das war nicht ganz fair den Anbietern gegenüber.» Als mögliches Thema steht derzeit «Grenzen» zur Diskussion. «Es ist aber noch nichts festgelegt.»

Eigene Projekte im Vordergrund

Auch der Umfang des nächsten Sufo ist noch nicht in Stein gemeisselt. Ob es wieder eine Podiumsdiskussion und eine Kundgebung geben wird, steht noch in den Sternen. «Wir suchen nach neuen Organisationskomiteemitgliedern», sagt Kogler. Denn um Workshops zu koordinieren oder ein Podium zu organisieren, brauche es viel Zeit und frische, kreative Ideen. Diese fehle dem OK derzeit. «Wir sind alle schon recht lange dabei und auch schon etwas älter als unser Zielpublikum», sagt Kogler. Ausserdem seien die meisten des jetzigen OK mit eigenen konkreten Projekten beschäftigt. «Ich organisiere ein Musikschulprojekt mit Romas, da bleibt wenig Luft fürs Sufo.» Auch den anderen OK-Mitgliedern, die meisten von ihnen sind im Alter um die 25 Jahre, geht es ähnlich.

Junge politisieren

Nach dem letzten Sufo habe man sich zusammengesetzt und aufgrund «dieser Stagnation» überlegt, ob eine weitere Durchführung überhaupt in Frage komme. «Wir sind aber zur Einsicht gekommen, dass wir genug Energie aufbringen können und auch grosse Lust haben, den Anlass weiter durchzuführen, einfach in einer kleineren und feineren Form.» Denn das Sufo sei wichtig, schaffe es doch eine Plattform für Vernetzung und Austausch und trage zur Politisierung junger Leute bei. «Ausserdem ist der Anlass schweizweit ziemlich einzigartig», sagt Kogler.

Engagierte Junge gesucht

Damit frischer Wind ins Sufo kommt, sucht der Verein engagierte Mitglieder, die eine Mittelschule besuchen, vor kurzem abgeschlossen haben oder eine Lehre absolvieren. «Finanziell haben wir keine Probleme, dank breiter Abstützung und Engagement von allen Seiten können wir den Anlass gut tragen», sagt Kogler. Je mehr Leute sich melden, desto mehr könne das Sufo wachsen und versuchen, die Zukunft im grossen Rahmen umzugestalten.

Junge, die sich im Rahmen des Sufo engagieren wollen, können sich unter info@sufo.ch melden. Oder sie besuchen die nächste Sufo-Sitzung, die am 4. November, 19 Uhr, an der Imbodenstrasse 1 in St. Gallen stattfindet.

www.sufo.ch

Simon Kogler Mitorganisator Sufo (Bild: pd)

Simon Kogler Mitorganisator Sufo (Bild: pd)