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WELT-TOFU-TAG: Der Bohnenkäse ist los

Erstmals wird am 25. August der «Aktionstag des gewaltfreien Essens» international gefeiert. Die Redaktion hat zu diesem Anlass nachgefragt, ob heimische Restaurants auch Tofugerichte servieren.
Christina Vaccaro

«Wir haben vor mindestens zehn Jahren zum ersten Mal Tofu in unserer Küche verwendet», sagt Jacques Neher aus der Wirtschaft zum Löwen in Tübach. Der Restaurantbesitzer und Koch war viele Jahre in Asien unterwegs und holte sich dort die Inspiration. «Die Nachfrage nach Sojagerichten ist allerdings nicht so gross, deshalb führen wir Tofu­gerichte unregelmässig auf unserer Speisekarte.» Zuletzt gab es einen Burger mit geräuchertem Tofu anstatt Fleisch, gerne wird in der traditionellen Wirtschaft auch panierter Tofu serviert. «Geräuchert oder paniert ist Tofu am würzigsten und schmeckt am besten», so der Chefkoch.

Etwa die Hälfte des Jahres bietet das Schloss Wartegg am Rorschacherberg ein veganes ­Tofugericht auf seiner Karte an. Laut Küchenchef Sandro Zimmermann ist die Nachfrage «etwa gleich gut wie bei vegetarischen Produkten und in den letzten Jahren konstant geblieben». In Schloss Wartegg werden zwei Arten von Tofu verwendet. Zum einen der zarte Seidentofu, der meist als Suppeneinlage oder in asiatischen Suppenbrühen nach japanischer Sitte verwendet wird, und zum anderen Räuchertofu. «Räuchertofu ist im Geschmack kräftiger. Wir marinieren ihn in Sojasauce und frittieren ihn kurz. Auf diese Weise schmeckt er sehr lecker.» Ein Tofugericht, das der Küchenchef «sehr empfehlen kann», ist eine Variation der Graubündner Capuns. Der Spätzleteig wird dabei mit Tofu anstatt Salsiz gefüllt. Im Stadthof in Rorschach bietet Restaurantleiter und Küchenchef Fritz Tatzl seit sieben Jahren ein- bis zweimal jährlich Tofugerichte an. Favorit des Steirers sei grünes Gemüse-Curry mit gebratenem Tofu.

In Wienacht-Tobel werden im Gasthaus Treichli immer wieder Tofugerichte angeboten. Inhaber und Küchenchef Lucas Costa sagt dazu: «Es gibt stetig mehr Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren.» Die Tofugerichte werden gut angenommen. Die Nachfrage in der Region Rorschach nach veganen (tierproduktfreien) und vegetarischen (fleischlosen) Gerichten mag nicht so ausgeprägt sein wie in grossen Städten, doch fleischlose Produkte halten auch hier immer mehr Einzug.

Fast ein Fünftel der Jungschweizer fleischlos

Einer Umfrage von Swissveg, der grössten Interessensvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in der Schweiz, zufolge, ernähren sich sechs Prozent der 15- bis 35-Jährigen Schweizer vegan und dreizehn Prozent vegetarisch (Stand 2017). Somit ernährt sich fast ein Fünftel fleischlos. Der häufigste Grund für eine fleischlose Ernährung ist die Achtung des Tierwohls. Weitere Gründe sind ökologischer oder gesundheitlicher Natur. Auch die Welternährungssituation bewegt zur vegan-vegetarischen Lebensweise.

Wer einmal Tofu ausprobieren möchte und auf biologisch-europäisches Soja setzt, wird in der Chäslaube Kündig in Rorschach fündig. Dort werden seit 30 Jahren bei sehr guter Nachfrage Tofuprodukte angeboten.

Übrigens: Der oft vorgebrachte Einwand, wegen Veganern werde tropischer Regenwald für den Sojaanbau abgeholzt, ist nicht haltbar. Soja wird nämlich fast ausschliesslich in Form von Sojamehl zu Tierfutter verarbeitet. Je nach Quelle werden zwischen 80 und 90 Prozent der Sojaernte für die Kraftfutterherstellung verwendet.

Christina Vaccaro

christina.vaccaro@tagblatt.ch

www.swissveg.ch

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