Wellengang im Nebelmeer

In einer klaren, kalten Winternacht fliesst die kältere und somit schwerere Luft ins Tal. Am frühen Morgen liegt über den Niederungen ein Kaltluftsee.

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Bild: Andreas Walker

Bild: Andreas Walker

In einer klaren, kalten Winternacht fliesst die kältere und somit schwerere Luft ins Tal. Am frühen Morgen liegt über den Niederungen ein Kaltluftsee. Da die Luft in diesem Kaltluftsee viel kälter ist als die Luft, die darüber liegt, kondensiert die Feuchtigkeit aus, und es bildet sich eine geschlossene Nebeldecke. Sobald die Nebeldecke kompakt geworden ist, wird das Vordringen der Sonne bis zum Boden unmöglich. Es bleibt kalt. Was wir als Nebel wahrnehmen, ist in Wirklichkeit eine Ansammlung von Milliarden kleinster Wassertröpfchen, die so leicht sind, dass sie in der Luft schweben. Normalerweise ist die Oberfläche eines Nebelmeers ziemlich glatt. Bläst jedoch der aufkommende Föhn in diesen Kaltluftsee, entstehen Wellen auf dem Nebelmeer, ähnlich denen in einem See. Sie sorgen in den Niederungen für kleine und rasche Luftdruckschwankungen. Darunter leiden wetterempfindliche Menschen. Befindet man sich über dem Kaltluftsee, also über dem Nebel, lassen die Beschwerden oft nach. So werden typischerweise die häufigsten Föhnbeschwerden nicht in den klassischen Föhntälern registriert, sondern in den Niederungen, wo Nebel liegt. Das Bild wurde auf dem Rossbüchel in Richtung Bodensee aufgenommen und zeigt, wie das Nebelmeer vom Föhn aufgewühlt wird. (A. W.)