«Well» und nass

Unter dem Titel «Die sanften Wellen des Bodensees» beschreibt die «Sonntags-Zeitung» in ihrer gestrigen Ausgabe, wie die Ostschweiz wellnessmässig Boden gutgemacht hat.

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Unter dem Titel «Die sanften Wellen des Bodensees» beschreibt die «Sonntags-Zeitung» in ihrer gestrigen Ausgabe, wie die Ostschweiz wellnessmässig Boden gutgemacht hat.

Dazwischen wär passend

Als Juwel greift das Sonntagsblatt aus dem fernen Zürich die neue Wellnessoase im Hotel Bad Horn heraus. So heisst es etwa: «Die Fische gucken den Saunagängern durch Bullaugen beim Schwitzen zu. Lustig dreht sich ein Schiffssteuerrad, wenn der Aufguss zischt.

» Das tönt ja nach einem Loblied, wenn auch nach einem ziemlich kindlich posaunten. Im nächsten Satz wird es dann etwas zu erwachsen. So steht da: «Es ist die einzige maritime Devotionalie in der smaragdgrünen Wohlfühlabteilung.» – Etwas zwischen den beiden Stilschichten, und die grosse Masse der Leserschaft fühlte sich angesprochen (und nicht kindlich…). Weiter geht es – im sehr schön illustrierten Artikel – mit anderen Wellness-Tempeln der Ostschweiz: Toggenburg und Thurgau hätten sich nun auch diesem Trend geöffnet.

Synonym für Wellness

Ist die Ostschweiz wieder mal Nachzügler oder hat das andere Gründe? Auf die Frage liefert der Artikel keine Antwort, muss er auch nicht. Jedem am See lebenden Menschen ist längst bewusst: Wellness hat einen Namen: Bodensee. Schön «well», nicht «ness», aber arg nass. (seb)