Welche sieben wählen von zehn?

Zehn Personen kandidieren für die sieben Sitze in der Gemeindebehörde von Rorschacherberg. Wer sie sind und was sie wollen, hören am überparteilichen Podium gegen hundert Besucher.

Fritz Bichsel
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RORSCHACHERBERG. 43, 44, 46, 47, 48, 49, 50, 52, 54: Nach Alter wird die Behörde der neuen Einheitsgemeinde Rorschacherberg bei jedem Wahlausgang einseitig. Mit nur fünf Jahren mehr ist Silvia Kühne bereits eine Ausnahme unter den Kandidierenden. Die Aussage von Beat Ruckstuhl «ich bin der Jüngste» ist da relativ.

«Keine Parteipolitik»

In zwei Punkten aber ist Beat Ruckstuhl anders: Als einziger der sieben, die auf die fünf Sitze im Gemeinderat wollen, gehört er bisher weder dem Gemeinde- noch dem Schulrat an. Und als SVP-Vertreter kandidiert er für die einzige Ortspartei, die jetzt keinen Sitz hat. Die Kandidaten von CVP, FDP und SP betonen jedoch, die Gemeindebehörde mache keine Parteipolitik, sondern Teamarbeit. Viel und hart diskutiert werde aufgrund unterschiedlicher Werte, Erfahrungen und Ziele, der Umgang miteinander sei jedoch kollegial. Der SVP-Kandidat sagt, das würde er auch so halten.

Moderator Elmar Hürlimann lenkt am Podium die Gemeinderatskandidaten zu Aussagen über Projekte. Erreichtes, Ziele und Bedarf für mehr Dialog mit den Bürgern werten sie ähnlich. Dass die Gemeinde die Energiewende mitfinanziert, unterstützen alle, von «so weit, dass wir Selbstversorger werden» (Dieter Graf) bis «nicht zuvorderst» (Beat Ruckstuhl). Klarere Unterschiede gibt es zur Stadt am See: Ronny Bleichenbacher (SP), Dieter Graf (SP) und Karin Fischer (CVP) sind für eine Fusion, Silvia Kühne (CVP) für Prüfung, Charlène Lanter (FDP) und Beat Ruckstuhl (SVP) skeptisch, Enrik Hippmann (FDP) dagegen.

Die Podiumsdiskussion gibt auch Einblick, wie sie ihre Standpunkte vertreten: Ruhig und aufs Thema fokussiert Ronny Bleichenbacher und Charlène Lanter, gelegentlich mit Humor Dieter Graf, Karin Fischer und Silvia Kühne (die Szenenapplaus erhält), ein bisschen angriffig Enrik Hippmann und Beat Ruckstuhl.

Ungleiche Kandidaten

Zwei Kandidaten wollen ins Gemeindepräsidium. Aber der Büezer Adrian Stäuble und Gemeindepräsident Beat Hirs, der vorher Fabriken leitete, sind so ungleich, dass sich auch an diesem Abend kein Kampf ergibt. Stäuble betont erneut, er wolle «offener und ehrlicher politisieren und informieren». Vom Moderator auf seine unübliche Nomination durch ein Gratisblatt angesprochen, sorgt er für Verwirrung: «Ich bin nicht der Kandidat der Bodensee Nachrichten.» Kollegen hätten ihm empfohlen, ein Amt anzustreben, statt nur mit Leserbriefen zu opponieren. Auf Fragen wie, warum er sich bisher nicht am öffentlichen Leben beteiligt habe und ob er auch ein Nebenamt übernehmen würde, antwortet er, beides sei ihm als oft auswärts arbeitendem Monteur nicht möglich. Mehr wird nicht diskutiert.

Einigkeit bei der Schule

Ohne Konkurrenz kandidiert Markus Fässler (parteilos, von allen Parteien gemeinsam vorgeschlagen) für das Amt des Schulpräsidenten – neu Mitglied des Gemeinderates. Er hatte zum Auftakt engagiert und öfter mit einer auflockernden Bemerkung seinen Werdegang und seine Ziele (siehe Tagblatt vom 5. September) erläutert. Zum Schluss erhält CVP-Präsident Michael Buob Dank und Applaus für besonderen Einsatz bei der überparteilichen Arbeit.