Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Welche Schule wollen wir?»

Wer sagt, in welche Richtung sich die Schule entwickeln soll? Dem Schulhaus St. Leonhard ist es klar: die Experten. Und das sind: Kinder, Eltern, Lehrpersonen, Behörden. Am Samstag steckten sie die Köpfe zusammen. Mit erstaunlichem Erfolg.
Josef Osterwalder
Gruppenarbeit am Samstag in der Turnhalle von St. Leonhard. (Bild: Ralph Ribi)

Gruppenarbeit am Samstag in der Turnhalle von St. Leonhard. (Bild: Ralph Ribi)

«Also, wenn es nach mir ginge, würde der Wochenbeginn im Schulhaus ganz anders aussehen», sagt der elfjährige Primarschüler in der kleinen Gesprächsrunde. «Das ganze Schulhaus sollte sich im Foyer versammeln. Dann sagt der Schulleiter, Herr Fuchs, was in der Woche los ist, welche neue Schüler gekommen sind, welche Klasse in einem Lager weilt.» «Ja», fügt ein Kollege hinzu, «und dann kann jemand noch etwas erzählen oder wir spielen ein kleines Theater und am Schluss gibt es einen Witz.»

Die Turnhalle ist am Samstagmorgen kaum noch zu erkennen. Über die ganze Fläche sind Gesprächsrunden verteilt, in unterschiedlichster Zusammensetzung: Schulkinder, Eltern, Lehrpersonen, Leute vom Schulamt. Gut hundert Personen haben sich freiwillig gemeldet, um über die Zukunft der Schule nachzudenken und Visionen zu entwickeln.

«Ich bin perplex»

In einer ersten Runde sitzen alle zusammen und melden die Themen an, die diskutiert werden sollten. «Ich bin perplex, wie viel da zusammenkommt», sagt Schulleiter Urban Fuchs.

25 Themen und Wünsche sind es am Schluss: Einbezug der Eltern, Gestaltung des Pausenplatzes, Freude am Lernen, Schule als Bildungshaus und viele mehr.

Erst werden die Themen fixiert, dann wird in Gruppen diskutiert. Die Wahl ist frei. Für das Thema Elternmitwirkung interessieren sich vor allem Mütter und Väter. Bei der Gestaltung des Pausenplatzes sind es hauptsächlich die Kinder, die ihre Vorschläge zusammentragen. «Einen Parcours», wünscht der eine Bub. Besonders toll fänden andere Kinder eine Rutschbahn vom Schulzimmer in den Pausenhof.

«Was ist überhaupt der Sinn der Pause?», fragt eine andere Gruppe, «vielleicht sollte ein Kind selber sagen können, wenn es im Laufe des Tages eine Auszeit braucht.»

Eine andere Gruppe diskutiert das Thema Kreativität. «Das sollte sich nicht auf die Zeichenstunde oder den Werkunterricht beschränken», sagt ein Vater. «Sie sollte für alle Fächer wegleitend sein. Auch Mathematik kann die Kreativität wecken.»

Ernster Hintergrund

Die Diskussionen sind angeregt, engagiert. Denn alle Teilnehmenden wissen, dass da nicht einfach eine Sandkastenübung stattfindet. Es geht darum, gemeinsam Weichen für die Zukunft zu stellen. Und dazu braucht es das Mitdenken und Mitwirken aller.

Der äussere Anlass für die Diskussion war eine Erfahrung, die die Schule vor gut einem Jahr gemacht hat. Damals gab es eine Klasse, mit der es im Schulhaus nicht sehr gut lief.

«Keine schwerwiegenden Probleme, wohl aber eine Reihe von Unstimmigkeiten, die nicht sein sollten», sagt der Schulleiter. Man habe mit geeigneten Massnahmen die Sache bald geklärt, merkte aber, dass man eigentlich tiefer ansetzen müsste: beim Entwickeln einer Schul- und Lernkultur, die von allen getragen wird.

Fachleute vom benachbarten Zepra (Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung) wurden beigezogen, die die ganz lapidare Frage stellten: «Welche Schule wollt ihr eigentlich?»

Begegnung macht Schule

Das wurde zum Ausgangspunkt, zur Einladung an alle Interessierten, einen Vormittag lang Ideen, Visionen zu entwickeln. Wobei Haennes Kunz vom Zepra die Zusammenkunft gleich auch selber moderiert.

Dieser Samstag ist aber erst der Anfang. Denn noch bevor man auseinandergeht, werden die Themen gewichtet, bilden sich Gruppen, die einzelne weiterbearbeiten wollen.

Für eine meldet sich Schulamtsleiter Christian Crottogini gleich selber zur Mitarbeit; ihr Thema: Schulhaus als Begegnungs-Haus.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.