Weitere Häuser im Waldaupark

Beim Hotel Waldau sind auch auf der Süd- und der Westseite Häuser projektiert. Die jetzt aufliegenden Pläne zeigen, dass hier mehr Parkbäume erhalten blieben als bei den Neubauten auf der Ostseite. Trotzdem haben Anstösser Einwände.

Fritz Bichsel
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Im Gebiet mit geschütztem Baumbestand sind beim Hotel Waldau Häuser projektiert: Eines auf der Südseite (Vordergrund), zwei auf der Westseite. (Bild: Fritz Bichsel)

Im Gebiet mit geschütztem Baumbestand sind beim Hotel Waldau Häuser projektiert: Eines auf der Südseite (Vordergrund), zwei auf der Westseite. (Bild: Fritz Bichsel)

RORSCHACHERBERG. Das Gebiet zwischen Bahnlinie und Warteggstrasse mit dem Hotel Waldau in der Mitte liegt vollständig in der Wohnzone W3 (für Wohnbauten mit drei Vollgeschossen und einem Dach- oder Attikageschoss). Die Parzellen südlich und westlich des Hotels, auf denen die Eigentümer jetzt weitere Wohnhäuser projektieren, sind teilweise als Gebiet mit geschütztem Baumbestand klassiert. Zudem sind hier einzelne Bäume geschützt. Für Bauten in diesem Parkgelände erlässt die Gemeinde Rorschacherberg einen Überbauungsplan mit besonderen Vorschriften.

Vier statt drei Vollgeschosse

Eigentümer sind auf der Südseite die Schlosshotel TGS AG von Werner und Sybille Mang von der nahen Schönheitsklinik, denen auch die Hotelliegenschaft gehört, und auf der Westseite die Swiss Finest Homes AG in Staad, an die die Mangs diesen Teil verkauft haben. Als Grundlage für den Überbauungsplan liessen sie durch das international tätige Architekturbüro Baumschlager Hutter Partner mit Schweizer Sitz in Widnau das architektonische Konzept und von Landschaftsarchitekt Martin Klauser in Rorschach das Umgebungskonzept erarbeiten.

Projektiert sind ein Mehrfamilienhaus auf der südlichen und zwei Mehrfamilienhäuser auf der westlichen Parzelle. Von gegen 7000 Quadratmetern bliebe gut die Hälfte frei: auf der Südseite ein Teil des Parks mit geschützten Bäumen, am Westrand (gegen die Villa an der Verzweigung Seebleiche-/Wilenstrasse) Bäume und Platz für die Offenlegung des Linkolnsbergbachs. Dafür sind zwei Häuser mit vier statt drei Vollgeschossen geplant – mit dem Attikageschoss ein Stockwerk höher als Häuser in der Umgebung und so hoch wie das Hotel mit Ausnahme des westlichen Dachgiebels. Das Bauland wird so um zehn Prozent mehr ausgenützt als nach üblichen Regeln. Das wird zugestanden bei «vorzüglicher Gestaltung» von Bauten und Umgebung.

Einwände von Anstössern

Vor der Auflage präsentierten die Eigentümer und Planer das Projekt den Anstössern. Wie Teilnehmer berichten, haben Nachbarn etliche Einwände: Es werde zu stark in den geschützten Baumbestand eingegriffen. Oder umgekehrt verstellten Bäume und Häuser zusammen die Sicht. Die hohen und nahestehenden Häuser beeinträchtigten das altehrwürdige Hotel.

Verhindern lassen sich Bauten in dieser rechtskräftigen Bauzone nicht. Häuser mit einem Geschoss weniger – wie nach den üblichen Regeln für die Zone W3 – wären der Umgebung besser angepasst, würden aber mehr Fläche beanspruchen. Damit ginge vom Park um das Hotel ein noch grösserer Teil verloren. Auf der Ostseite ist von ihm nicht mehr viel übrig seit dem Bau von Mehrfamilienhäusern.

Vorschriften für die Bäume

Der Gemeinderat hat den Überbauungsplan genehmigt. Verbindliche Teile sind auch die Konzepte für Architektur und Umgebung samt der Vorschrift, welche Bäume erhalten oder nach dem Bau ersetzt werden müssen, und die Bachoffenlegung. Ob Anstösser nun bei der Gemeinde Einsprache erheben, ist noch offen. Gelegenheit dazu besteht während der Auflage von Überbauungsplan und Bachprojekt bis am 18. Februar.

In den Überbauungsplan einbezogen sind die Hotelliegenschaft und die nördlich bis zur Bahnlinie angrenzende Parzelle. In diesen Bereichen sollen Bauten vorwiegend die üblichen Regeln für die Zone einhalten.

Noch weitere Bauten möglich

Auf der Nordseite mit Seesicht vom Hotel dürften Gebäude allerdings nur ein Vollgeschoss haben. Wo beim Hotel noch weitere Bauten möglich sind, dürfte das Bauland hingegen um zehn Prozent verdichtet genutzt werden.