Weiter Streit um Flachdächer und Weg

TÜBACH. Die Zentrumswiese solle bescheidener überbaut werden als mit Flachdachblöcken und nicht über den Kirchplatz zugänglich werden. Das fordern Einsprecher. Der Gemeinderat Tübach hält jedoch am Gestaltungsplan fest. Der Streit wird wohl beim Kanton weitergehen.

Fritz Bichsel
Drucken
Teilen
Statt direkt beim Pfarrhaus (links) plant der Gemeinderat den Weg zur Siedlung Zentrumswiese nun entlang der Mauer bei der Kirche. (Bild: Fritz Bichsel)

Statt direkt beim Pfarrhaus (links) plant der Gemeinderat den Weg zur Siedlung Zentrumswiese nun entlang der Mauer bei der Kirche. (Bild: Fritz Bichsel)

Gegen die Pläne für die Zentrumswiese gingen 51 Eingaben ein. Der Gemeinderat beurteilte nur drei als Einsprachen. Zwei gegen den Gestaltungsplan für den Bau von Mehrfamilienhäusern mit rund 70 Wohnungen lehnte er nun ab. Dabei tagte er nur in Dreierbesetzung: Präsident Michael Götte und Brigitte Koster Schöb traten in den Ausstand, weil sie der Jury für das Projekt angehörten. Über die weitere Einsprache auch gegen einen Weg über den Kirchplatz wird der Rat erst nach den Ferien entscheiden, weil er die Wegführung leicht änderte.

Umstrittene Flachdächer

Hauptstreitpunkte sind Grösse der Überbauung und Flachdächer. Dazu gab es auch 48 gleichlautende Eingaben aufgrund einer Anregung von Thomas Aepli. Er kämpft seit der Vorstellung der Pläne vor zwei Jahren gegen grosse Neubauten und Flachdächer beim Dorfkern. Die Eingaben von Einwohnern sollten zum Umdenken veranlassen. Der Gemeinderat beurteilte Begründung und Antrag aber als ungenügend für eine Einsprache. 42 Eingaben wurden darauf zurückgezogen. Auf die sechs weiteren trat der Rat nun nicht ein. Er ändert den Plan nicht und schreibt dazu unter anderem: «Der Gestaltungsplan Zentrumswiese stellt eine zweckmässige Grundlage für eine ortsbaulich qualitativ hochstehende Überbauung dar. Auch mit der als Flachdächer gewählten moderneren Formensprache fügen sich die Bauten architektonisch gut in den Charakter des bestehenden Ortsbildes ein.»

Ob Einsprachen weitergezogen werden an den Kanton, wird nach den Ferien bekannt.

Einwände der Kirchgemeinde

Die katholische Kirchgemeinde wendet sich gegen einen Weg zur Zentrumswiese über den Kirchplatz und nach Auskunft von Präsident Marko Muzek auch gegen Punkte des Gestaltungsplans. Der Gemeinderat verschob die Linie für den nahe am Pfarrhaus geplanten Weg um einige Meter an die Mauer um die Kirche. Die Kirchgemeinde lehnt auch diese Variante ab. «Wo gut 12 000 Quadratmeter privater Boden überbaut werden, ist eine Lösung auf diesem zu finden», sagt Marko Muzek. Auf dem Kirchplatz würde ein Weg doppelt stören – den ohnehin kleinen Freiraum beim Pfarrhaus und Veranstaltungen vor der Kirche. Sollte der Weg doch über Boden der Kirchgemeinde führen, wäre die andere Seite, beim Eingang zum Pfarrsaal, vorzuziehen. Auf diesen Vorschlag habe der Gemeinderat leider nie reagiert. Falls er die Einsprache ablehne, ziehe die Kirchgemeinde diese weiter an den Kanton. Zur Überbauung sagt der Kirchenpräsident: «Der Gemeinderat sollte Anliegen von Einwohnern vertreten und nicht allein Interessen privater Landeigentümer.»