Weiter gegen Lärm und Littering

In diesem Jahr patrouillieren in Mörschwil wieder private Sicherheitsleute. Aber nicht nur dort – auch andere Gemeinden in der Region St. Gallen setzen auf Externe im Kampf gegen Vandalismus und Lärm.

Corinne Riedener
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Einige Gemeinden in der Region setzen auch in diesem Jahr auf private Sicherheitsdienste. (Archivbild: Ralph Ribi)

Einige Gemeinden in der Region setzen auch in diesem Jahr auf private Sicherheitsdienste. (Archivbild: Ralph Ribi)

MÖRSCHWIL. Noch ist es draussen bitterkalt und viele machen es sich am Abend in der warmen Stube gemütlich. Sobald die Temperaturen aber steigen und die lauen Sommernächte nahen, werden für einige Gemeinden auch Littering, Vandalismus und Nachtruhestörung wieder zum Thema. Mörschwil setzt deshalb seit zwei Jahren auf private Sicherheitskräfte. Und die Angestellten der Firma «Verkehrsüberwachung Schweiz Sicherheitsdienst Gubelmann AG» aus St. Gallen sollen auch in diesem Jahr wieder regelmässig patrouillieren, wie der Gemeinderat im Januar mitteilte. Vor allem an den Wochenenden im Dorfzentrum, am Bahnhof und an anderen neuralgischen Punkten.

Lage hat sich verbessert

«Die Situation in Mörschwil war nie dramatisch», sagt Gemeindepräsident Paul Bühler. «Uns ist absolut bewusst, dass wir, im Vergleich mit anderen Gemeinden, auf hohem Niveau jammern.» Trotzdem habe es im Dorfzentrum und auf dem Schulareal immer wieder kleinere Sachbeschädigungen oder Sauereien gegeben. Seit man mit dem privaten Sicherheitsdienst arbeite, habe sich die Situation aber merklich beruhigt, sagt er. «Vor allem auf dem Schulareal.» Die Kosten für die externen Sicherheitsleute belaufen sich auf rund 30 000 Franken. Ob Mörschwil diesen Sicherheitsdienst auch in Zukunft wieder engagiert, werde man von Jahr zu Jahr entscheiden. «Bis jetzt haben wir jedenfalls gute Erfahrungen gemacht», so Bühler.

Verschiedene Strategien

Anders sieht die Situation in Eggersriet aus: «Wir haben selten Probleme und verzichten deshalb auf die Hilfe von privaten Sicherheitsdiensten», sagt Gemeindepräsident Markus Peter. Meist seien es Einzelfälle, die dann am runden Tisch – mit den Betroffenen, der Schule, der Jugendkommission und der Polizei – geklärt würden.

Eine ähnliche Strategie wie in Mörschwil verfolgt man in Wittenbach – allerdings nur von Fall zu Fall und nicht permanent. «Zurzeit haben wir keine Vereinbarung mit einem privaten Sicherheitsdienst», sagt Gemeindepräsident Fredi Widmer. Im Frühling werde man aber die Lage wieder neu beurteilen. «Wenn wir auf Unterstützung von aussen zurückgreifen, dann nur situationsbezogen für eine bestimmte Zeitspanne und immer in enger Zusammenarbeit mit den Schulbehörden.»

Die Gemeinde Gaiserwald arbeitet ebenfalls mit Privaten. «Wir konnten das Aufgebot in der Zwischenzeit aber reduzieren», sagt Gemeindepräsident Boris Tschirky. «Letztes Jahr haben wir die aufsuchende Jugendarbeit institutionalisiert. Das hat sich sehr bewährt.» Zum jetzigen Zeitpunkt weiss er noch nicht, wie viele Securitasleute er diesen Sommer in Gaiserwald brauchen wird. «Sicher aber weniger als im Vorjahr.»

Auch in der Stadt St. Gallen spannt man seit einiger Zeit mit Sicherheitskräften der Securitas zusammen – «aber nur punktuell», sagt Urs Benz, Leiter des Jugendsekretariats. «Wir arbeiten eng mit der Polizei und der Stiftung Suchthilfe zusammen. Die Securitas patrouilliert, meist unterstützt von Polizisten, in den Drei Weieren, der Stadtlounge oder an potenziell riskanten Veranstaltungen, wie etwa in der Jugendbeiz oder im Flon.» Ein Problem mit den Jugendlichen in der Stadt sehe er aber nicht.

Immer im Dialog bleiben

Aus Sicht der Jugendarbeit sei der Einsatz von privaten Sicherheitskräften nicht unbedingt schlecht, sagt Benz. «Unter der Bedingung, dass das nicht die einzige Massnahme bleibt.» Wenn man externe Sicherheitskräfte einsetze, sei es unerlässlich, dass sie eng mit der aufsuchenden Jugendarbeit, den Schul- und Polizeibehörden zusammenarbeiten. In St. Gallen habe man zu diesem Zweck mit der Direktion Schule und Sport kürzlich ein Konzept ausgearbeitet, so Benz. «Das Wichtigste aus meiner Sicht ist aber, dass die Sicherheitsleute geschult werden im Umgang mit den Jugendlichen und in erster Linie das Gespräch mit ihnen suchen.»