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WEINBAU: Frost hat nicht alles zerstört

Einen Monat nach den verheerenden Frostnächten können die Schäden im Rebberg abgeschätzt werden. Die Zahlen sind weniger ernüchternd als befürchtet. Bei einigen Sorten droht jedoch ein Totalausfall.
Rudolf Hirtl
Gut zu erkennen; die braunen, vom Frost zerstörten Triebe, und grün jene, welche die Kälte im April überstanden haben. (Bilder: Rudolf Hirtl)

Gut zu erkennen; die braunen, vom Frost zerstörten Triebe, und grün jene, welche die Kälte im April überstanden haben. (Bilder: Rudolf Hirtl)

Rudolf Hirtl

rudolf.hirtl@tagblatt.ch

Roman Rutishauser steuert den Böschungsmäher zwischen die Rebstöcke. Im steilen Rebberg will nicht nur jeder Schritt gut überlegt sein, die Arbeit ist bei über 30 Grad Hitze auch mörderisch streng. Kein Wunder, läuft dem 32-jährigen Jungwinzer der Schweiss in Strömen über den Körper.

Welch Kontrast zur eisigen Kälte Ende April. Die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sorgten damals auch bei Roman Rutishauser für schlaflose Nächte. «Wir haben sogar überlegt, einen Helikopter einzusetzen, um wärmere Luft nach unten an den Rebberg zu drücken.» Bei seinem Berufsaufenthalt in Neuseeland habe er erlebt, wie dies Winzer dort regelmässig angewendet hätten. Am Buechberg hat man aufgrund der hohen Kosten letztlich darauf verzichtet.

Bis zur Wimmet im Herbst kann noch viel passieren

Nun, einen Monat nach den verheerenden Frostnächten, hat sich die Lage am Steinigen Tisch in Thal etwas entspannt. «Die Schäden an den Reben sind nicht so schlimm, wie wir das im erstem Moment vermutet haben», sagt Rutishauser. Allerdings werden die Erträge im Herbst dennoch deutlich unter einer durchschnittlichen Ernte liegen. Der Frost hat sich am Fuss des Rebberges angesammelt und dort deutlich mehr Schaden angerichtet. Bei der Weissweinsorte Johanniter beispielsweise wachsen nur zwei statt wie üblich zehn Triebe. Rutishauser schätzt den Ausfall dort auf 80 bis 90 Prozent. Weiter oben, etwa beim Pinot Noir, darf das Weingut am Steinig Tisch mit einer vollen Ernte rechnen, während beim Riesling Silvaner der Verlust bei zirka zehn Prozent liegen dürfte. «Auch, wenn wir mit einem blauen Auge davongekommen sind, es sind noch viele Wochen bis zur Wimmet. Da kann noch viel passieren. Wir können jetzt nur hoffen, dass uns das Wetter keinen weiteren Streich mehr spielt», so der Jungwinzer.

Christian Herzog vom gleichnamigen Thaler Weingut schätzt die Verluste bei seinen Trauben im Schnitt auf 40 Prozent. Auch bei ihm hat es im ersten Moment noch schlimmer ausgesehen. Allerdings sei die Situation je nach Traube und Lage sehr unterschiedlich. «Bei kälteempfindlichen Sorten wie Rivaner und Chardonnay sind die Schäden gross. Beim Merlot, der später austreibt, haben wir keine Frostschäden.» Anders sieht es in Altstätten aus, wo laut Christian Herzog beim klassischen Pinot Noir ein Schaden von 100 Prozent entstanden ist.

«Wenn ich mir andere Regionen mit Schäden von bis zu 100 Prozent ansehe, dann ist unsere Situation bezüglich Frostschäden verkraftbar», sagt Tom Kobel vom Ochsentorkel in Thal. Dennoch muss auch er einen Beinahe-Totalausfall hinnehmen. Die Maréchal-foch-Stöcke im Lutzenberg haben schwer unter dem Frost gelitten. Bei allen anderen Rebsorten habe die Kälte im April zwar Ausfälle, aber keine alarmierenden Schäden verursacht.

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