WEIHNACHTSFEST: Senioren feiern nicht nur einmal

In der Vorweihnachtszeit sind die Bewohner der Altersheime in der Region zu manchen Veranstaltungen eingeladen. Die meisten Seniorinnen und Senioren feiern bereits vor dem 24. ausgiebig.

Franca Hess
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Die Baukosten für die Erweiterung des La Vita sind aus dem Ruder gelaufen. (Bild: cot (Dezember 2015))

Die Baukosten für die Erweiterung des La Vita sind aus dem Ruder gelaufen. (Bild: cot (Dezember 2015))

Weihnachten ist Fest des Beisammenseins. Für die meisten ist klar: Weihnachten wird zu Hause mit der Familie gefeiert. Doch wie feiern Senioren, deren Zuhause das Altersheim ist, das frohe Fest?

In den Altersheimen der Region wird Weihnachten vorgefeiert. Die meisten Feiern haben bereits stattgefunden. Das hat aber auch seinen Grund:«An Heiligabend sind die meisten unserer Hausgäste bei ihren Familien eingeladen», sagt Claudia Adler, Angestellte im Haus zum Seeblick in Rorschacherberg. Dort hat die «Gästeweihnacht» gestern stattgefunden. «Viele schätzen die Angebote von ausserhalb, so dass eine Feier an Heiligabend gar nicht erwünscht ist.» Das Altersheim wolle da bewusst nicht eingreifen. Deswegen findet am 24. Dezember lediglich ein Gottesdienst in der Andacht statt. Dafür finden in der Adventszeit umso mehr besinnliche, gemeinsame Anlässe statt: Der Trachtenverein eröffnet im Haus zum Seeblick den Advent, ein Adventskranz wird zelebriert, die Bewohner sind zum gemeinsamen Basteln oder zur «Guezletä» eingeladen und musikalische Darbietungen vom Orchesterverein Rorschach erheitern die Bewohner.

Ähnlich verhält es sich im Pflegeheim Helios Goldach: «An Heiligabend kommen viele Angehörige vorbei, oder die Bewohner werden über Weihnachten abgeholt», sagt Andrea Gräfer vom Pflegeheim Helios. Dort findet heute eine Weihnachtsfeier mit den Bewohnern statt. Ein gemeinsames Essen mit musikalischen Darbietungen stimmt die Hausgäste weihnächtlich ein. Tags zuvor konnten die Senioren einen ökumenischen Gottesdienst besuchen, in dem die Krippengeschichte vorgetragen wurde. Auch in der Vorweihnachtszeit sorgt das Pflegeheim für reichlich Weihnachtsstimmung. Ein Chlausabend mit Weihnachtsgeschichten oder Hintergründen zu den Brauchtümern, gemeinsames Guezlibacken oder Chöre, die Weihnachtslieder zum Besten geben, bereiten den Senioren eine schöne Vorweihnachtszeit.

«Da viele nicht mehr so gut zu Fuss unterwegs sind, fahren wir den schönen Weihnachtsbeleuchtungen in der Region mit Autos nach», sagt Reto Geiger, Leiter des Altersheims der Stadt Rorschach. Am Dienstag lud das Altersheim zum gemeinsamen Weihnachtsessen ein. Eine Kirchenvertretung und Stadtpräsident Thomas Müller waren anwesend. Aber auch an Heiligabend erwartet die anwesenden Bewohner um 17 Uhr eine musikalische Weihnachtseinstimmung, parallel zum Abendessen.

Bescherung im Pelago

«Mir ist es extrem wichtig, den Bewohnern auch an Heiligabend und Weihnachten einen schönen Tag zu bescheren», sagt Ingrid Markart, Heimleiterin vom Pelago. So organisiert das Personal für jeden Bewohner ein individuelles Geschenk. «Die Wünsche sammeln wir in Gesprächen.» Jede Pflegewohngruppe könne dann selber entscheiden, ob sie die Geschenke feierlich an Heiligabend überreicht bekommen wolle, oder lieber vorher. Auch im Pelago haben bereits zwei Weihnachtsfeiern stattgefunden. «Da jeder Bewohner zwei Gäste einladen darf, feiern wir zwei separate Weihnachtsfeiern.» So feierten von den vier Pflegewohngruppen zwei am vergangenen Montag und die restlichen zwei tags darauf am Dienstag. Eine Seelsorgerin, musikalische Darbietungen und gemeinsames Singen stimmten auf den weihnächtlichen Abend ein. Darauf folgte ein Apéro und ein Vier-Gänge-Menu, das mit Wunderkerzen serviert worden sei. An Heiligabend feiern die Bewohner unter sich, das Heim wolle so die Familien entlasten. «Einige werden abgeholt, aber viele bleiben im Heim.» Deswegen wird auch an Heiligabend nochmals gemeinsam gefeiert: Am Morgen findet eine Eucharistiefeier mit musikalischer Begleitung vom Seniorenchörli statt. Abends spielt der Stationsleiter Klavier, an festlich dekorierten Tischen wird ein gemeinsames Essen genossen, und schliesslich gibt es auch noch Bescherung, für die, die sich bis Heiligabend gedulden konnten.

Franca Hess

franca.hess@tagblatt.ch