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Weder Hotel noch Kulturzentrum

MÖRSCHWIL. Gut möglich, dass der Gemeindesaal am 18. September aus allen Nähten platzen wird, wenn Rudolf Baer drei Varianten präsentiert, wie der «Freihof» künftig genutzt werden könnte. Eines verrät er jetzt schon: «Die ideale Lösung gibt es nicht.»
Corinne Allenspach
Stattlich, aber verlottert präsentiert sich der Mörschwiler «Freihof» seit Jahren. Nun soll die Bevölkerung über seine Zukunft entscheiden. (Bild: Michel Canonica)

Stattlich, aber verlottert präsentiert sich der Mörschwiler «Freihof» seit Jahren. Nun soll die Bevölkerung über seine Zukunft entscheiden. (Bild: Michel Canonica)

Seit Jahren gibt es in Mörschwil kaum eine Frage, die mehr interessiert als «Was passiert mit dem <Freihof>?» Unter der Leitung von Rudolf Baer, Unternehmensberater und Leiter des Saurer-Museums Arbon, machte sich eine Arbeitsgruppe seit November 2010 auf die Suche nach Antworten. Geplant war, im Sommer 2011 drei Varianten vorzulegen, wie der «Freihof» künftig genutzt werden könnte. Dass die Arbeitsgruppe dies nun mit mehr als einem Jahr Verzögerung tut, hat laut Baer seinen Grund. «Der <Freihof> ist zu wichtig, als dass wir haudern könnten. Es lohnt sich, etwas länger nachzudenken.» Zudem komme es nach all den Jahren auf ein paar Monate mehr oder weniger auch nicht mehr an.

Bürger wollten mitbestimmen

Tatsache ist: Die Arbeitsgruppe hatte alles andere als eine einfache Aufgabe. Zu unterschiedlich sind die Ansprüche an den «Freihof» im Dorf, zu festgefahren zum Teil die Meinungen. Eine Zeitlang sei es «relativ hektisch» gewesen, sagt Rudolf Baer, mit Anrufen und Briefen von Leuten, die ihm sagen wollten, was er zu tun habe. Unmissverständlich ausgedrückt habe sich etwa jener Mörschwiler, der verlangte, «dä Siech» müsse jetzt endlich abgebrochen werden. Ein anderer habe entrüstet gefragt: «Warum baut ihr jetzt das Hotel nicht, das Euch vorgeschlagen wurde?» Als Baer wissen wollte, woher der Anrufer die Information habe, stellte sich heraus: aus dem Wartezimmer beim Zahnarzt.

Viele Ideen geprüft

Hotel, Wohnungen als Ergänzung zum geplanten Wohn- und Pflegezentrum, Jugendräume, ein Kulturzentrum, Büros, Ladengeschäfte. Die Liste an Ideen, welche die Arbeitsgruppe in den vergangenen eineinhalb Jahren geprüft hat, ist lang. Inzwischen weiss Rudolf Baer: «Eine Lösung, die alle Anforderungen ideal erfüllt, gibt es nicht.» Das sei denn auch eines der Ziele am 18. September: den Bürgern zu zeigen, dass es «die ideale Variante» nicht gibt. Trotzdem ist Baer überzeugt, dass jedem Mörschwiler, jeder Mörschwilerin mindestens eine der drei Varianten gefallen wird. «Wenn es ganz gut läuft, ist eine grosse Mehrheit für die gleiche Variante.» Der schlechteste Fall wäre, wenn jede Variante ähnlich viele Anhänger finden würde.

Alle mit gleichem Wissensstand

Details will Baer keine nennen. «Wir wollen, dass alle am gleichen Tag den gleichen Wissensstand haben.» Er verrät aber: «Wir schlagen eine Variante mit <Freihof erhalten> vor und zwei mit einem Neubau.» Darunter seien weder ein Hotel noch ein Kulturzentrum. «Etwas wie den <Bären> Häggenschwil oder das Schloss Dottenwil wollen wir nicht», sagt er. Das sei zwar «eine super Sache», wie die Initianten das seit über zehn Jahren machten. «In Mörschwil hätte aber niemand das nötige Feuer.» Zudem brauche es von der Nachfrage her nicht alle paar Kilometer einen Ort der Kultur.

Die drei Varianten, die er im Namen der Arbeitsgruppe in zwei Wochen vorstellen werde, seien alle umsetzbar, sagt Baer. Sowohl rechtlich als auch raumplanerisch oder architektonisch. «Die Frage war für uns immer: Wie viel müssen wir wissen, damit man über eine Variante abstimmen kann?» Inzwischen – und das sei der Hauptgrund für die Verzögerung – habe man die nötigen Details abgeklärt, damit die Bürger «drei wirkliche Alternativen» hätten.

Wobei es am 18. September nur darum gehe zu informieren und die weiteren Schritte aufzuzeigen. Abgestimmt, welche Variante weiterverfolgt werden soll, wird an der Bürgerversammlung im März 2013. Es sei zudem eine breitangelegte Vernehmlassung in der Bevölkerung geplant.

Rudolf Baer Leiter Arbeitsgruppe «Freihof» (Bild: Quelle)

Rudolf Baer Leiter Arbeitsgruppe «Freihof» (Bild: Quelle)

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