Wasserwartung bleibt im Dorf

UNTEREGGEN. Untereggens Wasserwart Peter Braunwalder gibt sein Amt Ende Juni ab. Monatelang wurde kein Nachfolger gefunden, nun hat die Gemeinde Michael Nauer als Wasserwart gewählt. «Eine gute Lösung», ist der Gemeindepräsident überzeugt.

Linda Müntener
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Ein Wasserwart überwacht die Trinkwasserqualität im Dorf. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Ein Wasserwart überwacht die Trinkwasserqualität im Dorf. (Bild: Tagblatt-Archiv)

16 Jahre lang war Peter Braunwalder für die Qualität des Trinkwassers in Untereggen zuständig. Ende Juni tritt der 53-Jährige von seinem Amt zurück. Noch bis vor einer Woche hatte die Gemeinde keinen Nachfolger gefunden (Tagblatt-Ausgabe vom 12. Juni). Das bedauerte nicht nur Braunwalder selber. Viele Dorfbewohner befürchteten, dass sich die Wasserqualität nach Braunwalders Weggang verschlechtern werde. Nun scheint das Problem gelöst: Nach monatelanger Suche wurde ein Nachfolger gefunden.

Pikettdienst schreckt viele ab

Der Gemeinderat hat Michael Nauer als neuen Wasserwart gewählt. Der 31jährige Betriebsmechaniker arbeitet und wohnt im Dorf und ist Mitglied der Feuerwehr. «Er ist es gewohnt, Piketteinsätze zu leisten», sagt Gemeindepräsident Norbert Rüttimann. Genau diese Einsätze hätten viele Bewerber abgeschreckt, begründet Rüttimann die lange Suche nach einem Nachfolger. Die Gemeinde hatte die 20-Prozent-Stelle bereits im vergangenen Februar öffentlich ausgeschrieben. «Es gab durchaus Interessenten», sagt Rüttimann. «Den meisten war aber gar nicht bewusst, wie viel Verantwortung ein Wasserwart trägt. Das hat viele abgeschreckt.» Der Unteregger Wasserwart reinigt etwa Fassungsschächte, Reservoir und Pumpwerk, ist für die Wasseraufbereitung zuständig und überwacht das Versorgungsnetz. Dazu muss er allzeit erreichbar und einsatzbereit sein – sei es am frühen Morgen oder am späten Abend. «Deshalb wünschten wir uns einen Nachfolger, der in Untereggen wohnt und sich im Dorf auskennt», sagt Rüttimann. Dies habe die Auswahl der potenziellen Anwärter nochmals eingeschränkt.

Unterstützung aus Goldach

Der Gemeinderat habe in den vergangenen Wochen bereits in Betracht gezogen, die Stelle des Wasserwarts nach Goldach auszulagern. Die dortigen Technischen Betriebe sind schon heute für die Stellvertretung des Unteregger Wasserwarts zuständig. «Wenn wir keinen Nachfolger gefunden hätten, wäre uns keine andere Wahl geblieben», sagt Norbert Rüttimann. Denn die Zeit drängte. Peter Braunwalder gibt sein Amt Ende Monat ab. Die Einarbeitung seines Nachfolgers Michael Nauer übernehmen Mitarbeiter der Technischen Betriebe Goldach. Auch Peter Braunwalder soll ihm sein Wissen weitergeben. Ausserdem wird ein auf Wasserversorgung spezialisiertes Unternehmen hinzugezogen, damit die Trinkwasserqualität in Untereggen auch während der Einarbeitungszeit gewährleistet ist. Denn noch verfüge Michael Nauer nicht über die erforderlichen Kenntnisse in der Wasserversorgung. «Als Betriebsmechaniker bringt er die entsprechenden Voraussetzungen auf jeden Fall mit», ist sich der Gemeindepräsident sicher. Das nötige Wissen über Trinkwasser, Geologie und Natur könne er sich während der Einarbeitungszeit und im Laufe der kommenden Monate aneignen. 2016 soll Nauer dann den Grundkurs «Wasserwart» absolvieren. Rüttimann ist zuversichtlich. «Ich bin überzeugt davon, dass wir eine gute Lösung gefunden haben.»

Norbert Rüttimann Gemeindepräsident Untereggen (Bild: rtl)

Norbert Rüttimann Gemeindepräsident Untereggen (Bild: rtl)