Wasserfrau für Rorschacher Sprachencafé

Die Sozialistische Bodensee-Internationale SBI verleiht zum 13. Mal den Kulturpreis Prix Wasserfrau. Der Preis, eine Bronzefigur der St. Galler Künstlerin Irene Thoma und 1000 Euro, geht dieses Jahr an das Sprachencafé Rorschach.

Ramona Riedener
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Freuen sich über den Prix Wasserfrau, die Verantwortlichen des Rorschacher Sprachkaffees. (Bild: Ramona Riedener)

Freuen sich über den Prix Wasserfrau, die Verantwortlichen des Rorschacher Sprachkaffees. (Bild: Ramona Riedener)

RORSCHACH. Freudestrahlende Gesichter bei den Verantwortlichen des Rorschacher Sprachencafés, einem Pilotprojekt des Project urbain. Am Freitag durften sie im Kornhaus Rorschach den Prix Wasserfrau entgegennehmen. Dieser Kulturpreis der Sozialistischen Bodensee-Internationale SBI, einer Vereinigung sozialdemokratischer Parteien der Bodenseeregion aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, ist eine Auszeichnung für Einzelpersonen, vorzugsweise Frauen, und Organisationen, die sich in ausserordentlicher Weise zum Wohle der Frauen im Bodenseeraum einsetzen oder spezielle Frauenprojekte ins Leben gerufen haben.

Mit-, nicht nebeneinander leben

Dass der Prix Wasserfrau dieses Jahr nach Rorschach vergeben wurde, freut ganz besonders den Rorschacher alt SP-Nationalrat und Vizepräsidenten des SBI, Fredi Alder. In seinen Begrüssungsworten betonte er am Freitagabend die Wichtigkeit der interkulturellen Integration. Dies sei ein humaner Mittelweg zwischen Angleichung und Trennung. «Mehrheit und Minderheit sollten miteinander, nicht nebeneinander leben. Probleme, die uns alle angehen, können nur gemeinsam gelöst werden. Die gemeinsame Basis dafür ist die gemeinsame Sprache», sagte Fredi Alder.

Ein kulturelles Netzwerk

Das Sprachencafé Rorschach ist ein Pilotprojekt des Project urbain, das sich mit der gesellschaftlichen Integration in Wohnquartieren befasst und von Bund und Kantonen unterstützt wird. Seit fünf Jahren treffen sich im Sprachencafé an der Löwenstrasse 33 Frauen aus verschiedenen Kulturen, um sich in der deutschen Sprache zu üben. «Hier trifft man Frauen, die man sonst nicht kennenlernen würde», sagt Nadja Bandulet. Die Deutsche, die sich im Kernteam engagiert, freut sich über die Auszeichnung. «Gewonnen haben sie alle Frauen, die sich im Sprachencafé engagieren.» Das Sprachencafé, das von Anna Dietsche, Leiterin des Quartierbüros, koordiniert wird, organisiert nicht nur Sprachtreffs, sondern auch verschiedene Anlässe wie Fussballturniere, Mittagstische und Basare. Für die Rorschacher Schulrätin Ariane Thür Wenger können dank dieses Netzwerkes auch Eltern angesprochen werden, die wegen des Migrantenhintergrundes und sprachlich bedingten Schwierigkeiten nicht so gut erreichbar seien.

Fünfköpfige Jury

Bewertet werden die eingegangenen Nominationen für den Prix Wasserfrau jeweils von einer fünfköpfigen Jury, der Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angehören. Initiatorin des SBI-Kulturpreises ist die St. Galler alt SP-Nationalrätin und Jurypräsidentin Hildegard Fässler.