Wasser für den Aetschberg

Der Feuerschutz und die Trinkwasserversorgung für fünf Liegenschaften oberhalb des Sonnenbergs in Abtwil sind unzureichend. Ein neues Reservoir soll dies ändern.

Kathrin Alder
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Jetzt noch Baustelle, bald ein Reservoir: Im dichten Nebel oberhalb von Abtwil wird fleissig gebaut. (Bild: Urs Bucher)

Jetzt noch Baustelle, bald ein Reservoir: Im dichten Nebel oberhalb von Abtwil wird fleissig gebaut. (Bild: Urs Bucher)

ABTWIL. Trinkwasser aus eigenen Quellfassungen, unbefriedigender Feuerschutz und ein überfluteter Keller: Für fünf Liegenschaften am Aetschberg oberhalb von Abtwil soll damit bald Schluss sein. Mit einem neuen Reservoir auf der Steinegg sollen die Anwohner am Berg an das öffentliche Wasserversorgungsnetz angeschlossen werden.

Ungenügender Brandschutz

«Bis anhin kann die Wasserkorporation Abtwil-St. Josefen alle Gebiete bis auf die Höhe von 810 Metern erschliessen. Alle höher gelegenen Gebiete sind zurzeit nicht erschlossen», sagt Marcel Egloff, Präsident der Wasserkorporation Abtwil-St. Josefen. Vor allem seit dem Hitzesommer 2003 ist die private Wasserversorgung aus eigenen Quellen für die betreffenden Anwohner unbefriedigend, sowohl was die Qualität des Wassers anbelangt als auch die Menge. «Der Brandschutz kann nur über sogenannte Druckerhöhungspumpen und sehr lange Schlauchleitungen gewährleistet werden. Das ist unzureichend und entspricht auch nicht den Auflagen der Gebäudeversicherungsanstalt», sagt Bauleiter Thomas Kündig vom Ingenieurbüro Bau Haas AG, welches das gesamte Versorgungsnetz betreut und unterhält. Die Druckerhöhungspumpen funktionieren nur mit Strom. Der Energieaufwand ist sehr hoch und das Versorgungssystem dementsprechend anfällig bei einem Stromausfall. Kein Strom bedeutet heute also auch kein ausreichender Feuerschutz. Nur mit mobilen Pumpen kann die Feuerwehr dann noch arbeiten. Deshalb wird jetzt ab dem Hotel Säntisblick bis zum Reservoir Steinegg eine neue Leitung gelegt, die das Trinkwasser und den Brandschutz in Zukunft garantieren soll.

Reservoir als Speicherwerk

Auf Antrag der fünf Anwohner und in Absprache mit der Gemeinde Gaiserwald wurden verschiedene Projektvarianten ausgearbeitet. Entschieden haben sich die Beteiligten für das Projekt «Reservoir Steinegg» mit einer Hydrantenstichleitung für den Weiler Rain. «Das Reservoir Steinegg liegt am höchsten Punkt der Gemeinde Gaiserwald. Somit können wir bei Bedarf Verbindungen zu den Nachbardörfern Engelburg und Waldkirch herstellen», sagt Thomas Kündig. Das Reservoir wird als Speicherwerk genutzt. Das Wasser wird in der Nacht bei Billigstrom hineingepumpt und kann dann tagsüber bezogen werden. Wegen der Höhe kann auch ohne Druckerhöhungspumpe der nötige Druck erzeugt werden. So können Betriebskosten eingespart werden.

Projektkosten von einer Million

Das ganze Projekt kostet gut eine Million Franken. Übernommen werden die Kosten anteilsmässig von der Wasserkorporation, der Gemeinde, dem Kanton, den Anwohnern und der Gebäudeversicherungsanstalt. «Bis jetzt kommen wir gut voran», sagt Thomas Kündig. «Gut die Hälfte der Leitung zum Weiler Aetschberg besteht schon. Und beim Reservoir sind wir bereits an den Wänden.» Ziel sei es, den Rohbau noch vor dem Wintereinbruch fertigzustellen. Gelinge dies, so könne das Reservoir im Frühsommer in Betrieb genommen werden.