Wasser für alle dank Turbine

Im Süden Tansanias ermöglicht eine neue Anlage eine dauerhafte Wasserversorgung. Diese Anlage konnte mit der Hilfe des Rotary-Clubs Rorschach-Arbon gebaut werden.

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Wasser, ein lebenswichtiges Gut auch in Afrika. (Bild: pd)

Wasser, ein lebenswichtiges Gut auch in Afrika. (Bild: pd)

RORSCHACH-ARBON. Sauberes Trinkwasser ist in Afrika immer noch keine Selbstverständlichkeit. Die zum Teil prekären hygienischen Verhältnisse führen oft zu chronischen Krankheiten, Behinderung und Erblindung. Darum gehört bei Rotary International «Wasser und Hygiene» zu einem von sechs Schwerpunktbereichen, in denen die Organisation gezielte Direkthilfe leistet.

Projektstart zum Jubiläum

«Eine solide Wasserversorgung gehört zu den wichtigsten Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben und eine intakte Wirtschaft», sagt Walter Gnädinger, Mitglied des Rotary-Clubs Rorschach-Arbon. «Darum haben wir im Rahmen unseres 50-Jahr-Jubiläums 2011 entschieden, ein Trinkwasserprojekt des St. Benedict's Hospital in Ndanda in Tansania finanziell zu unterstützen.» Dieses Projekt überzeuge mit zwei Ideen: Zum einen lasse sich das zur Stromproduktion eingesetzte Turbinenwasser der Missionsstation zu Trinkwasser aufbereiten. Zum andern gäbe es auch weniger aufwendig aufbereitetes Brauchwasser für die gewerbliche Nutzung und die Bewässerung von Kulturen. In einem Land, wo Wasser knapp sei, mache eine solche Klassifizierung Sinn. Und mit Walter Gnädinger hat der Rotary-Club den richtigen Mann vor Ort. Denn gemeinsam mit seiner Gattin Madeleine engagiert sich der pensionierte Zahnarzt seit sieben Jahren im St. Benedict's Hospital und kennt sich daher bestens aus.

Dank der grosszügigen Spende des Rotary-Clubs Rorschach-Arbon konnte Bruder Godehard Hell von der Benediktinerabtei Ndanda mit seinen Mitarbeitenden eine leistungsfähige Trinkwasseranlage erstellen. Mit solidem Mauerwerk baute das Team neben dem Turbinenhaus eine Rampe. Darauf stehen ein 30 000-Liter-Tank und ein Container mit Reinigungssystem. Unterhalb der Rampe wurde eine Zufahrt für Tanklastwagen realisiert. «So kann das Trink- oder Brauchwasser ohne Pumpen in den Lkw-Tank geleitet werden. Diese neue Anlage sorgt in der näheren und weiteren Umgebung für eine dauerhafte Wasserversorgung und leistet einen wichtigen Beitrag an Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung der einheimischen Bevölkerung», heisst es in einer Mitteilung des Rotary-Clubs. Noch sind Leitungsnetze, wie in Industrieländern üblich, in Afrika nicht ohne weiteres möglich. Denn Bau und Unterhalt sind teuer. Erschwerend kommt das illegale «Abzapfen» von Wasser direkt aus den Leitungen hinzu.

Emanzipierte Entwicklungshilfe

«Auch bei kirchlichen Hilfswerken sind die Zeiten aufdringlicher Missionierung längst vorbei», schreibt Rotary. So profitierten alle Menschen vorbehaltlos vom Trinkwasserprojekt der Benediktinerabtei. Diese gewährleiste auch die Ausbildung einheimischer Fachkräfte, damit die Anlage sicher und langfristig genutzt werden kann. «Die von uns unterstützte Form von Entwicklungshilfe setzt auf Partnerschaft und nicht auf wohltätiges Almosengeben», betont Walter Gnädinger, «denn wie alle Länder dieser Welt sollen auch afrikanische Staaten ihren eigenständigen Weg gehen können.» (pd/kar)