Was ist mit dem Mittagstisch?

THAL. Schulkinder über Mittag verpflegen und betreuen. In Thal übernehmen Gastfamilien diese Aufgabe. Das genügt nicht allen Eltern. Sie fordern von der Schule mehr Engagement.

Valérie Hug
Merken
Drucken
Teilen
Keine Zeit zum Kochen? Mittagstische bieten Kindern eine Mahlzeit und Betreuung über den Mittag. (Bild: Valérie Hug)

Keine Zeit zum Kochen? Mittagstische bieten Kindern eine Mahlzeit und Betreuung über den Mittag. (Bild: Valérie Hug)

Die Schulglocke läutet zur grossen Mittagspause. Viele Kinder gehen nach Hause, wo ihre Mutter mit dem Mittagessen auf sie wartet. Es gibt aber Kinder, deren Eltern über Mittag nicht nach Hause kommen können. Genau für solche Kinder werden in vielen Schulgemeinden Mittagstische angeboten. Die Schule Thal tut dies auch, allerdings in Form von koordinierten Mittagstischplätzen in Gastfamilien. Es gibt aber auch Stimmen aus der Bevölkerung, die einen von der Schule durchgeführten Mittagstisch verlangen.

Mittagstisch für zwei Kinder?

Die Ausgestaltung des Mittagstischangebots ist abhängig von der Gruppengrösse, dem Betreuungspersonal und der Infrastruktur vor Ort. Da es in Thal, Staad und Altenrhein nur zwei Anmeldungen für das Mittagstischangebot gebe, reiche die Angebotsform der Gastfamilie, sagt Melanie Alder vom Schulsekretariat Thal. «Früher gab es in der Politischen Gemeinde Thal einen Mittagstisch. Die Nachfrage hat aber stark abgenommen.» Gäbe es jedoch mehr Anmeldungen, würde die Möglichkeit eines Mittagstisches natürlich in Betracht gezogen.

«Nachfrage ist vorhanden»

Stimmen aus der Bevölkerung behaupten aber, dass es genug interessierte Kinder und Eltern gebe, um einen Mittagstisch auf die Beine zu stellen. Es seien 15 und mehr Kinder, die auf Wunsch der Eltern wenigstens an einem Wochentag gerne über Mittag betreut und bekocht werden möchten. Die Schule Thal reagiere aber nicht auf die vorhandene Nachfrage.

«Bei uns in der Schule sind lediglich zwei Anmeldungen eingegangen. Wenn sich nicht mehr Kinder für den Mittagstisch anmelden, können wir auch das Angebot nicht erweitern», sagt Melanie Alder. Auch Schulratspräsident Heinz Herzog ist der Meinung, dass das vorhandene Angebot der Nachfrage entspreche und sehr gut auf eine Gemeinde mit drei Dörfern abgestimmt sei. «Eltern und Kinder, die sich für das Angebot des Mittagstisches interessieren, sollten ihr Interesse bei der Schule kundtun», sagt Herzog. Schliesslich laufe die ganze Organisation mit Gastfamilie und Kostenbeiträgen über die Schule, somit auch die Anmeldungen. Wenn entsprechend grosses Interesse vorhanden sei, wäre die Schule Thal auch offen, über mögliche Angebotserweiterungen zu sprechen.

Anmeldungen bleiben aus

Wenn es also wirklich eine Nachfrage von mindestens 15 Kindern gibt, dann sollten sich Eltern bei der Schule melden. Nur so kann das Interesse an einem von der Schule durchgeführten Mittagstisch auch konkretisiert werden. «Wir von der Schule benötigen verbindliche Anmeldungen. Sonst stellen wir ein Programm auf die Beine, und schliesslich kommt niemand. Das ist schlichtweg nicht richtig», sagt Melanie Alder. Eine im April durchgeführte Umfrage des Elternrates Staad ergab allerdings, dass 17 Eltern Interesse an einem Mittagstisch hätten. «Die Ergebnisse sind aber weder konkret noch verbindlich. Wir wissen nicht, an welchen Tagen das Angebot genutzt werden möchte», sagt Herzog. Laut Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen muss jede Schule seit Sommer 2008 einen bedarfsgerechten Mittagstisch zur Verfügung stellen, sofern die Nachfrage vorhanden ist. Im Volksschulgesetz unter Artikel 19 sind zusätzlich die Rahmenbedingungen sowie die Kostenbeiträge der Eltern geregelt.