Warum ich Roland Brändli nicht wähle

Ab etwa 1984 begann Saurer in Arbon die Produktion von Lastwagen und Webmaschinen einzustellen. Die Folge waren etwa 3500 Entlassungen, wovon ein erheblicher Anteil mit Wohnsitz in Steinach.

Ernst Frei, Mühlheim 8b, 9323 Steinach
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Ab etwa 1984 begann Saurer in Arbon die Produktion von Lastwagen und Webmaschinen einzustellen. Die Folge waren etwa 3500 Entlassungen, wovon ein erheblicher Anteil mit Wohnsitz in Steinach. Innerhalb weniger Jahre gelang es Gemeindeführung, Kanton und den guten Standortvoraussetzungen, Industrie und Gewerbeunternehmungen anzusiedeln und die verlorenen Arbeitsplätze nicht nur zu kompensieren, sondern neue Arbeitsplätze zu schaffen. Mit der um fast 1000 Einwohner auf 3500 angestiegenen Einwohnerzahl (Tendenz steigend) wuchsen die gesellschaftlichen Ansprüche und die Anpassung der Infrastruktur. Es entstanden das Feuerwehrzentrum, Gemeindesaal mit Pfarreiheim, Gartenhof mit betreutem Wohnen, Sportplatz Bleiche und das nach neuesten pädagogischen Erkenntnissen gebaute Schulhaus.

Galt damals Steinach noch als Schlafgemeinde von Saurer, ist Steinach heute ein eigenständiges, wirtschaftsstarkes und selbstbewusstes Dorf geworden, das sich von den umliegenden Gemeinden positiv abzuheben verstand. Dazu fehlte noch ein ansprechendes bereicherndes Dorfzentrum, eine Aufgabe, die dem neuen Präsidenten Roland Brändli zum Ziel gesetzt wurde, doch was geschah:

Vorgänger Guido Wüst plante zusammen mit einem Investor und Coop einen Coopmarkt im Dorfzentrum, das dann durch Einsprachen ins Stocken geriet, doch der das Projekt weiter betreuende Roland Brändli liess dieser Chance für die Zentrumsentwicklung kampflos seinen Lauf und fand, die Eröffnung eines ausschliesslich auf den wichtigsten Lebensmittelbedarf ausgerichteten Volg-Ladens sei für die Steinacher ausreichend.

Die Gemeinde besass in der Kernzone eine für die Dorfgestaltung bedeutende Landreserve. Roland Brändli beantragte anlässlich einer Bürgerversammlung erfolgreich, diese Landreserve gegen ein abbruchreifes Mehrfamilienhaus an einen Renditeobjekte suchenden Investor zu tauschen, um den Kirchplatz aufzuwerten. Ein Handel, der die Gemeinde rund eine Million Franken kostete und ihr das Gestaltungsrecht in der Kernzone weitgehend entzog. An Stelle einer dem Dorf dienenden und aufwertenden Kernüberbauung zwängt nun der glückliche neue Besitzer konzeptlos fünf auf maximale Rendite ausgerichtete Wohnblöcke hinein. Bisher unbestritten galten im Dorfzentrum die Tradition und die Gewohnheitspflicht, sich als Leitbild an die traditionellen im Giebeldachstil gebauten Hausformen zu halten. Doch es wurden zwei das Gesamtbild störende würfelförmige Flachdachwohnhäuser zugelassen und damit eine seit Bestehen des Dorfes gelebte Tradition beendet. Die Aufforderung an den Gemeindepräsidenten, die Beendigung dieses Gestaltungsleitbildes zu begründen, blieb unbeantwortet.

Ebenfalls an der Gallusstrasse wurde das Haus der ehemaligen Molkerei Kurmann vollständig ausgehoben und entfernt. An Stelle wurde ein Neubau direkt an die Strasse bewilligt und die einmalige Chance, den bestehenden Strassenengpass zu beseitigen, zugunsten von mehr Wohnungen und Rendite für die Bauherrschaft zugelassen.

Bei allen diesen Beispielen hat Roland Brändli die Interessen der Gemeinde nicht vertreten und den Interessen fremder Investoren geopfert, was eine für das Dorf bereichernde Gestaltung des Dorfkerns für immer einschränkt. Auch wenn nicht alle Entscheide ihm allein angelastet werden können, sie zeigen unverkennbar seine Handschrift.