Warten auf Minigolfanlage

RORSCHACH. Minigolf-Fans müssen sich gedulden. Weil der Kantonsrat im Februar Nein sagte zum neuen Fischereizentrum in Steinach, verzögert sich die Neugestaltung des Areals östlich des Strandbades. Und damit der Bau einer neuen Anlage.

Andrea Sterchi
Drucken
Teilen
Gras und Kunst, wo vor einem Jahr noch Minigolfbälle eingelocht wurden. (Bild: ast)

Gras und Kunst, wo vor einem Jahr noch Minigolfbälle eingelocht wurden. (Bild: ast)

«Minigolfanlage Rorschach ist nicht mehr in Betrieb» steht auf der Internetseite der Stadt Rorschach. Kein Wunder, dort, wo früher Minigolfbälle rollten, wächst jetzt Rasen und zeigt die Sonnenuhr Sundial von Henry Moore die Zeit an. Die Minigolfanlage wurde im vergangenen September aber nicht ersatzlos abgerissen. Östlich des Strandbades soll eine neue entstehen. Ursprünglich sollte sie diesen Sommer eröffnet werden. Nun wird sie das frühestens 2014, eher sogar erst 2015 tun. «Noch steht dort die Lagerhalle der SBB», sagt Stadtpräsident Thomas Müller. Wann sie abgerissen werde, hänge davon ab, wie schnell die Gestaltung des gesamten Gebiets bis zum Schlachthof verwirklicht werden könne.

Wann zieht die Fischzucht aus?

Hier sollen ein Hotel und Wohnbauten entstehen. Die Stadt Rorschach und die SBB, die Grundeigentümerinnen, schreiben deswegen jetzt einen Investorenwettbewerb aus. «Die Unterlagen sind fertig, demnächst findet eine Begehung statt», sagt Müller. Die Anforderungen ans Projekt seien nicht einfach. «Den SBB geht es um den bestmöglichen Verkaufspreis, was verständlich ist. Die Stadt Rorschach und die Gemeinde Rorschacherberg verfolgen eine langfristige Perspektive.» Verzögert hat sich das Projekt aber auch wegen der Fischzuchtanstalt. Im Februar lehnte der Kantonsrat den Bau eines neuen Fischereizentrums in Steinach ab, eine einzige Stimme fehlte in der Schlussabstimmung zum nötigen Mehrheitsbeschluss. Die Vorlage wurde mittlerweile überarbeitet und soll dem Kantonsrat in der Septembersession nochmals unterbreitet werden.

Trainieren beim Gegner

Mit dem Abbruch der Minigolfanlage verlor der Minigolfclub Rorschach seinen Heimplatz. Seither trainieren seine Mitglieder in Rheineck. «Eine Alternative hätten wir auch in Amriswil gehabt. Aber wir wollten auf Eternit spielen, also haben wir uns in Rheineck eingemietet», sagt Walter Ammann, der kürzlich das Burgstockturnier in Rheineck in seiner Kategorie gewonnen hat. Hat er keine Angst, dass die Konkurrenz sich etwas abguckt? «Nein», winkt Ammann ab. «Wir trainieren zusammen oder einzeln. Das klappt bestens. Und wir können Informationen austauschen.» Auch Christian Borer, Präsident des Minigolfclubs Rheineck, passt das Arrangement. Eine Fusion sei aber kein Thema. «Im Gegenteil, wir wollen solange als möglich beide Clubs aufrechterhalten. So haben wir einen mehr. Im Kanton sind es ja nur drei, unsere und einer in Wattwil.» Wegen der guten Zusammenarbeit ist es für Walter Ammann nicht ganz so wichtig, ob in Rorschach wieder eine Turnier-konforme Anlage entsteht. «Warten wir einmal ab», meint er nur.

Für die Stadt hingegen ist klar: Eine neue Anlage soll definitiv gebaut werden. 650 000 Franken sind dafür in der Investitionsrechnung aufgelistet. Noch offen ist laut Thomas Müller, wie die Anlage aussehen wird. Ob als Adventure-Golfplatz oder als Teil eines Abenteuerspielplatzes.