Warten auf die Premiere

Die Steinacherin Sandrine Benz wird dieses Jahr erstmals mit einer Profilizenz starten. Bis es so weit ist, wird es jedoch noch etwas dauern. Nach einer guten Vorbereitung kämpft sie nun mit einer Grippe.

Raya Badraun
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Sandrine Benz Profi-Triathletin (Bild: pd)

Sandrine Benz Profi-Triathletin (Bild: pd)

TRIATHLON. Das Leben von Sandrine Benz steht still. Statt am Ufer des Bodensees entlang zu joggen, geht sie höchstens spazieren. Die meiste Zeit verbringt die 31-Jährige jedoch zu Hause. Seit drei Wochen kämpft Sandrine Benz mit einer hartnäckigen Grippe. So verpasste die Steinacherin am vergangenen Wochenende auch ihren ersten Wettkampf in diesem Jahr. Es wäre eine Premiere gewesen. Im portugiesischen Quarteira wollte Sandrine Benz im Europacup erstmals als Profi-Triathletin starten. Davor feierte sie als Amateurin grosse Erfolge und holte unter anderem zwei WM-Goldmedaillen in ihrer Alterskategorie. Es war mehr, als sie sich je erträumt hatte. Doch dadurch fehlte ihr auch die Herausforderung. Sie brauchte ein neues Ziel. So entschied sie sich im vergangenen Herbst für den Wechsel zu den Profis.

Formkurve zeigte nach oben

«Ich habe unglaublich Freude an meinem neuen Leben», sagt Sandrine Benz. Um ihren Traum zu verwirklichen, reduzierte die Sportlehrerin ihr Pensum im Beruf auf 60 Prozent. Das war nötig, denn das Training hat es in sich. 20 Stunden pro Woche trainiert die Ostschweizerin seit dem Winter. Nicht nur die Stundenzahl hat sich erhöht, die Einheiten sind auch intensiver geworden. Ihr Körper konnte mit der höheren Belastung jedoch gut umgehen. Die Formkurve zeigte nach oben – bis vor drei Wochen. Die Grippe verunsichert Sandrine Benz jedoch nicht. Sie nimmt sich Zeit. Im schlimmsten Fall sagt sie auch den nächsten Europacup ab. Bei ihrer Premiere will sie in Form sein. Denn die Herausforderung ist gross. Die Wettkämpfe bei den Profis unterscheiden sich deutlich von denjenigen der Amateure.

Schwimmen wird wichtiger

Im Europacup ist zum Beispiel das Windschattenfahren erlaubt. Dadurch ist es besonders wichtig, nach dem Schwimmen schnell auf die Radstrecke zu wechseln, um in der Spitzengruppe dabei zu sein. Bisher war Schwimmen jedoch nicht die stärkste Disziplin von Sandrine Benz. Das erste Jahr sieht sie deshalb als Test. «Ich will schauen, wie ich mich behaupten kann und wo ich stehe», sagt die Triathletin. Im Herbst wird sie dann entscheiden, welcher Weg für sie der richtige ist.

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