Warten auf den Schub

Nach einer durchzogenen Qualifikation kämpft Waldkirch-St. Gallen zum fünftenmal in Folge in den Playouts um den Verbleib in der Unihockey-NLA. Die Hoffnung, dereinst an den Playoffs teilzunehmen, gibt der Verein nicht auf.

Dominic Wirth
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Zuversicht vor den Playouts: Christian Preisig (li.) und Marcus Marty, Trainer von Waldkirch-St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Zuversicht vor den Playouts: Christian Preisig (li.) und Marcus Marty, Trainer von Waldkirch-St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

UNIHOCKEY. Es ist, als ob Waldkirch-St. Gallen anstösst. Bis hierhin, bis in die höchste Liga – aber nicht weiter. Die Ostschweizer spielen bereits ihre fünfte Saison in der NLA. Jahr für Jahr setzen sie sich zum Ziel, die Playoffs zu erreichen. Und Jahr für Jahr scheitern sie an dieser Hürde. Das ist gerade in dieser Saison eine Enttäuschung, denn Waldkirch-St. Gallen stellt ein Team, von dem man sich viel erhoffte. «Wir dachten, dass es diesmal reicht», sagt Präsident Markus Bürki.

Zwei neue Spieler aus Schweden waren im Sommer verpflichtet worden, Marcus Gullstrand und Alexander Nede. Routinierte Profis, die die junge Mannschaft führen sollten. Doch nach einem guten Start und zwei Siegen aus den ersten drei Spielen geriet das Team in eine Krise, verlor neun Spiele in Serie. Im November musste Trainer Yves Mohr gehen, weil laut Bürki «die Kommunikation zwischen Trainer und Mannschaft nicht mehr stimmte». Marcus Marty und Christian Preisig übernahmen, zwei, die sich auskennen im Verein. Marty war bis zum Ende der vergangenen Saison fünf Jahre Assistenztrainer gewesen und auch schon als Interimstrainer eingesprungen. Preisig trat im Sommer nach 14 Saisons als Spieler zurück.

Die Defensive stabilisiert

«Ein wenig erschrocken» seien sie, als sie das Team übernahmen im November. So drückt es Marty heute aus. Und er schiebt nach: «Der Zustand war, lieb formuliert, nicht überragend.» Trotzdem hätten die Spieler noch immer von den Playoffs gesprochen. «Das war von uns aus gesehen Träumerei. Preisig und ich haben uns von Anfang an vorgenommen, das Team auf die Playouts vorzubereiten.» Und so stellten die Trainer das Team um. Sie wechselten das System, um die Defensive zu stabilisieren.

Dank des Systemwechsels kassierte Waldkirch-St. Gallen zuletzt deutlich weniger Tore. Marty geht davon aus, den Ligaerhalt zu schaffen. «Die Serie gegen die Kloten-Bülach Jets wird bestimmt eng. Aber wir bleiben in der höchsten Liga.» Zur NLB gebe es eine grosse Differenz, und von dort würde der zweite Playout-Gegner kommen, falls Waldkirch-St. Gallen gegen die Zürcher verlieren sollte. Zudem wird in den Playouts der Trainer Christian Preisig wieder zum Spieler. Er soll mit seiner Präsenz mithelfen, die Defensive weiter zu stabilisieren.

Die Schweden gehen wohl

Im Verein laufen bereits die Planungen für die nächste Saison in der NLA. Dann will Präsident Bürki endlich den ersehnten achten Platz belegen, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt. «Wir resignieren nicht», sagt Bürki, auch wenn die Konkurrenz mehr Geld für ausländische Spieler zur Verfügung habe. Einmal nur müsste Waldkirch-St. Gallen die Qualifikation schaffen. «Das würde einen Schub geben», ist Bürki überzeugt. Er sucht derzeit nach einem neuen Trainer für die nächste NLA-Saison, weil Preisig und Marty nur eine Interimslösung sind.

Darüber hinaus wird auch das Spielerkader verändert. Mit den beiden Schweden, von denen man sich so viel erhofft hatte, ist Bürki nur bedingt zufrieden. «Sie sind wertvoll für uns, aber ich hätte mehr erwartet», sagt Bürki. Auch Trainer Marty sieht das so: «Alles in allem waren sie nicht die grosse Verstärkung.» Der Abgang von Nede steht deshalb bereits fest, und bei Gullstrand zeichnet sich ebenfalls ab, dass er Waldkirch-St. Gallen verlassen wird. Und so suchen Bürki und Marty auch im Ausland nach Verstärkungen, um endlich das grosse Ziel zu erreichen: Die Playoffs.