WARTEGG: Stück für Stück

Profis haben gestern den Mammutbaum beim Schloss Wartegg gefällt. Dabei waren Muskeln und Köpfchen gefragt.

Jolanda Riedener
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Am Donnerstagvormittag wurde der Baum zersägt: Ein Kran hebt die Spitze. (Bild: jor)

Am Donnerstagvormittag wurde der Baum zersägt: Ein Kran hebt die Spitze. (Bild: jor)

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

«Es ist ein trauriger Tag», sagt ein Passant. Eine Handvoll Zuschauer haben sich gestern beim Warteggpark in Rorschacherberg zum Spektakel eingefunden. Etwa 45 Meter hoch war der Mammutbaum, der an diesem Vormittag Stück für Stück abgetragen worden ist. Einst gab es ums Schloss drei seiner Sorte. Nun musste auch der letzte krankheitshalber gefällt werden.

Die Herisauer Firma von Res Ramsauer nimmt sich des Riesen an. Ramsauer klettert gut gesichert in die Krone, sägt einzelne Äste ab. Als der Kran diese auf den Boden legt, hört man ein Krachen. Dann beginnt Ramsauer beim Spitz und sägt den Stamm von oben nach unten in Teile. Per Funk gibt er dem Kran Anweisungen. «Für uns ist das sehr emotional. Dort, wo er stand, wird eine Lücke entstehen», sagt Christoph Mijnssen, Schlossunternehmer und Eigentümer. Jeden Tag hatte er den Riesen im Blick. Der immergrüne Nadelbaum wurde über 157 Jahre alt. Schon länger war er kahl, ihm fehlte das feuchte Meeresklima. Laut Mijnssen haben ihm vor allem die vergangenen Frühlinge zu schaffen gemacht. Der Baum war stellenweise schon länger tot, dort habe auch der Abbauprozess bereits begonnen. Ausserdem wurde der Baum vom Hallimasch, einem Pilz, der sich in der Wurzelgegend einnistet, befallen. Auf die toten, teils instabilen Stellen muss auch Ramsauer Acht geben.

Aus dem Holz werden Skulpturen und Möbel, Tische etwa, gefertigt. Vermutlich werde auch ein Musikinstrument aus dem Holz hergestellt. «Wer gerne etwas aus dem Holz machen möchte, kann sich bei uns melden», sagt Mijnssen.

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