Wartau wertet Waldränder auf

In der Gemeinde Wartau sollen unterhalb von 1200 Meter Höhe 25 Kilometer wertvolle Waldränder entstehen. Vom kantonalen Pilotprojekt verspricht man sich unter anderem eine grössere Artenvielfalt.

Alexandra Gächter
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Sträucher wie hier sollen Wald und Wiese im Wartau verbinden. (Bild: Ökobüro Hugentobler AG)

Sträucher wie hier sollen Wald und Wiese im Wartau verbinden. (Bild: Ökobüro Hugentobler AG)

WARTAU. 125 Kilometer Waldrand gibt es in der Gemeinde Wartau. Jetzt soll ein Fünftel davon, 25 Kilometer, aufgewertet werden – in einem ersten Schritt bis 2015 sind das vorerst sieben Kilometer. Geplant ist ein stufiger Aufbau mit Sträuchern und Bäumen, die beispielsweise mit Asthaufen oder stehendem Totholz zu wertvollem Lebensraum aufgewertet werden. Vom Projekt sollen Natur, Gesellschaft, Landwirtschaft und Waldbesitzer profitieren, sagte Urs Weber vom Ökobüro Hugentobler AG beim Projektstart am Dienstag.

Ein strukturierter Waldrand vermindere die Gefahr von Sturmschäden, darüber hinaus werde der Schattenwurf reduziert. Dies komme der Artenvielfalt zu- gute. Ein neuer Lebensraum für Nützlinge, die es gerne etwas wärmer haben, werde bereitgestellt, sagte Weber. Die Sträucher sind zudem Futter für das Wild, was nützlich für das Baumwachstum sei. Und nicht zuletzt solle der neugestaltete Waldrand die Öffentlichkeit als neues, schönes Landschaftsbild erfreuen.

Erstmalig im Kanton

Das Projekt ist das erste derartige Waldrand-Projekt im Kanton St. Gallen. Im Winter 2012/2013 sollen 2,3 Kilometer Waldrand auf einer Breite von 15 Metern aufgewertet werden. Weil nicht der ganze Wald der Ortsgemeinde Wartau gehört, werden auch private Besitzer in das Projekt einbezogen – sie müssen eine Entschädigung pro aufgewertete Are bezahlen und einen Selbstbehalt übernehmen

Am meisten Fondsgelder

Die Nettokosten für die erste Etappe des Projektes betragen 170 000 Franken. An der Finanzierung beteiligen sich die Politische Gemeinde Wartau, die Ortsgemeinde, der Fonds Landschaft Schweiz, verschiedene Stiftungen und Private.

Die Aufwertung der Waldränder ist bereits das 13. Projekt in der Gemeinde, welches vom Fonds Landschaft Schweiz unterstützt wird. Keine andere Schweizer Gemeinde habe so häufig Beiträge erhalten wie Wartau, sagt Gemeindepräsident Beat Tinner.

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