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WARMES WETTER: Frühlingsgefühle am Bodensee

In Rorschach blühen diese Woche bereits Blumen. Laut Biologen ist das für diese Jahreszeit normal, auch wenn es an den vergangenen Tagen sehr warm war. Freude am Wetter hatten zudem die Obstbauern.
Martin Rechsteiner
Obstbauer Josef Mäder in Goldach bei der Arbeit an seinen Apfelbäumen. Ihnen macht das warme Wetter nichts aus - er geniesst es. (Bild: Rudolf Hirtl)

Obstbauer Josef Mäder in Goldach bei der Arbeit an seinen Apfelbäumen. Ihnen macht das warme Wetter nichts aus - er geniesst es. (Bild: Rudolf Hirtl)

Martin Rechsteiner

martin.rechsteiner@tagblatt.ch

Passanten an der Rorschacher Promenade wähnten sich diese Woche im Frühling. Der Grund: Dutzende blühender Krokusse säumten das Seeufer. Für manche ein etwas befremdliches Bild, zumal in der Skiferienwoche Schnee und Eis immer noch naheliegender scheinen als Blumen.

In den vergangenen Tagen war das Wetter allerdings Frühlingshaft. Die Sonne schien, die Temperaturen kletterten in der Region Rorschach auf über zehn Grad. «Arme Pflänzchen», mag der eine oder andere Passant an der Promenade gedacht haben, «die glauben, es sei Frühling und erfrieren beim nächsten Frost».

Josef Zoller, Rorschacher Biologe und Naturschützer entwarnt: «Das ist sogenannter Elfen-Krokus, auch Vorfrühlings-Krokus genannt». Bei ihm sei es ganz normal, dass er im Januar blühe. «Der Garten hinter meinem Haus ist voll damit», sagt Zoller. Die Blume könne auch Schnee und kalten Temperaturen trotzen, die vom Wetterbericht auf das Wochenende angesagt sind. «Der Elfen-Krokus ist ein Winterblüher und kommt damit klar.» Die Blüte sei bei der Art sowieso kurz. Sie dauere zwei bis drei Tage und sei somit bei den meisten der Pflanzen vorbei, bis das kalte Wetter am Wochenende zurückschlägt.

Blühende Krokusse in Rorschach.

Blühende Krokusse in Rorschach.

Warmes Wetter lässt Obstbäume kalt

«Mit seiner Blüte im Winter steht diese Krokus-Art nicht alleine da. Auch andere Pflanzen blühen während der kalten Jahreszeit», sagt Zoller. So zeige sich in diesen Monaten zum Beispiel auch die Winterkirsche oder der hier ansässige ostasiatische Zauberhasel in seiner ganzen Blütenpracht. Nicht gross beeindrucken von den warmen Temperaturen lassen sich hingegen die Obstbäume. «Sie sind kahl, wie es sich gehört für diese Jahreszeit», sagt Josef Mäder vom Wuhrhof in Goldach. Auf seiner Plantage befinden sich über 50000 Apfelbäume. «Solange es in der Nacht keinen Föhn gibt und immer noch mehr oder weniger kalt ist, bleiben die Bäume im Wintermodus und treiben keine Blüten». Dies sei zurzeit der Fall.

Über das tagsüber warme Wetter freuen sich die Obstbauern sogar: «Da wir stets draussen arbeiten, haben wir in dieser Jahreszeit natürlich nichts gegen etwas Sonne und Wärme», sagt Mäder.

Früher Frühling für Allergiker

Weniger freut das Wetter allerdings Allergiker. Sie haben dieses Jahr besonders früh mit Pollen zu kämpfen. Das Allergie-Zentrum Schweiz stuft auf seiner Webseite die Pollenbelastung am Bodensee derzeit als «stark» ein.

«Es sind tatsächlich schon einige Leute vorbeigekommen und haben nach Präparaten gegen Heuschnupfen gefragt», sagt Andrea Trichiolo von der Kronen-Apotheke in Rorschach. «Das ist, verglichen mit anderen Jahren, früh.» Für gewöhnlich startet die Pollensaison in diesen Lagen erst im Februar oder März mit Birken, Erlen oder Hasel. Besonders Letztere haben aber schon diese Woche kräftig gestreut. Allergiker können aber wieder aufatmen – auf heute Donnerstag ist nämlich Regen angesagt, es wird also wieder kälter. Damit dürfte das Pollen-Intermezzo vorerst vorbei sein.

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