Warmer Monat mit frostigem Ende

REGION AM SEE. Der Dezember war in der Region am See bis Weihnachten sehr mild, im Vergleich zum langjährigen Mittel um 1,9 Grad zu warm. Zum Monatsende erfolgte ein kräftiger Wintereinbruch mit eisiger Kälte und Schnee bis in die Niederungen.

Andreas Walker
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Am Abend des 29. Dezember präsentierte sich die Rorschacher Signalstrasse mit Blick nach Süden im winterlichen Kleid. (Bild: Andreas Walker)

Am Abend des 29. Dezember präsentierte sich die Rorschacher Signalstrasse mit Blick nach Süden im winterlichen Kleid. (Bild: Andreas Walker)

Der Monat begann mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Bis zum 25. Dezember herrschte eine vorwiegend frühlingshafte Witterung, die durch warme Luft aus Westen und Südwesten verursacht wurde. Nur vom 8. bis 10. Dezember wurde diese Wärmeperiode von durchziehender Höhenkaltluft unterbrochen. In dieser Zeit schneite es auf der Alpennordseite teilweise bis in die Niederungen.

Bis zu acht Grad über der Norm

Ab dem zweiten Monatsdrittel bis Weihnachten lagen die Tagesmitteltemperaturen in der ganzen Schweiz oft 3 bis 8 Grad über der Norm der Jahre 1981 bis 1990. Dabei zeigte sich der Dezember auf der Alpennordseite bis am 18. des Monats ausgesprochen sonnenarm und oft regnerisch. Bis Weihnachten lag Schnee meist nur oberhalb von 1000 bis 1500 Metern und auch dort nur in unterdurchschnittlichen Mengen.

Diese frühlingshaften Temperaturen bis Weihnachten beeinflussten viele Pflanzen. Einzelne Knospen der Forsythien trieben Blüten, Löwenzahn und Veilchen wurden beobachtet und sogar erste Haselsträucher begannen zu blühen. Zudem fielen an manchen Orten die Lärchennadeln erst im Dezember mit einer bis drei Wochen Verspätung (Vergleichsperiode 1996 bis 2013). Zum späten Nadelfall trugen vor allem die milden Temperaturen, der wenige Frost und die fehlenden Herbststürme bei.

Mit Kaltluft aus Nordwesten und später aus Norden wechselte die Witterung ab dem 26. Dezember innerhalb von zwei Tagen von extrem mild auf winterlich kalt. Dabei fielen die Tagesmitteltemperaturen überall 1 bis 3 Grad unter die Norm. In Gipfellagen waren die Tagesmitteltemperaturen sogar 5 bis 9 Grad tiefer als im langjährigen Mittel.

Rund 30 Zentimeter Schnee

Auf der Alpennordseite fielen vom 26. bis am 29. Dezember etwa 20 bis 30 Zentimeter Schnee bis ins Flachland, so auch in der Region Rorschach. In höheren Lagen entlang des Alpennordhangs sowie im Jura gab es sogar 40 bis 60 Zentimeter Neuschnee. In der kalten Luft und mit aufklarendem Himmel sank die Tiefsttemperatur im Mittelland am Morgen des 29. Dezember lokal extrem. Die tiefste Temperatur wurde mit minus 29,6 Grad in La Brévine gemessen. Im östlichen Mittelland sanken die Temperaturen lokal bis auf minus 17 Grad. Der Monat und damit auch das alte Jahr klangen schliesslich aus mit einer geschlossenen Schneedecke und winterlichen Minustemperaturen.

Zu warm und zu trocken

Nach Angaben von MeteoSchweiz war der Dezember landesweit gemittelt 1,7 Grad zu mild. Am Bodensee betrug die durchschnittliche Monatstemperatur 3,5 Grad und lag damit 1,9 Grad über der Norm. Verbreitet wurde nur etwas mehr als die Hälfte der normalen Niederschlagsmengen registriert. Am Bodensee fielen 65 Liter pro Quadratmeter, was 88 Prozent des Durchschnitts entspricht.

Die Sonnenscheindauer blieb in den meisten Gebieten unterdurchschnittlich. Am Bodensee jedoch schien die Sonne 39 Stunden und erreichte damit 102 Prozent des langjährigen Mittels.