Waltramsberg: Pro und kontra Überbauung

Man besitzt ein Haus mit Garten. Dann entnimmt man der Zeitung, dass der Garten einer Bauzone zugeteilt werden soll. Spezialisten, Politiker, Presse äussern sich immer wieder zur geplanten Überbauung.

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Man besitzt ein Haus mit Garten. Dann entnimmt man der Zeitung, dass der Garten einer Bauzone zugeteilt werden soll. Spezialisten, Politiker, Presse äussern sich immer wieder zur geplanten Überbauung. Mit dem Eigentümer des Gartens hat nie jemand Kontakt aufgenommen oder ihn nach seiner Meinung gefragt. Kann die Politik über die Interessen der Grundeigentümer hinweg entscheiden, ohne diese je angehört zu haben? Ich hoffe das Stadtparlament ist sich der Tragweite einer Überbauung des Waltramsbergs beim Abstimmen nächste Woche bewusst und wägt die Folgen sorgfältig ab. Die Stadt im Grünen Ring würde verschwinden, die Existenzen zweier Bauernfamilien ausgelöscht und die Bürger würden übergangen.

Christian Hoffmann Hirtenstrasse 15, 9010 St. Gallen

Vieles spricht für eine Einzonung

Am 4. Dezember entscheidet das Stadtparlament über den Entwurf des neuen Richtplans. Das wurde mir von Gegnern einer Überbauung des Waltramsbergs erklärt. Ich wurde ersucht, mich einer Protestgemeinde während der Parlamentssitzung anzuschliessen und mit zu protestieren. Nur: Ich will nicht.

Rund um die Waltramsberg-Frage wurde und wird zum Teil eine populistische oder durch Eigeninteressen gesteuerte Propaganda betrieben. Nur sind die Argumente der «Waltramsberg-Beschützer», meiner Ansicht nach, weder städtebaulich noch sachlich begründet: Als Heiligkreuzler bin ich am unteren Sonnenhalden-Hang, wo sich Schoeck- und Hompelistrasse hinauf winden, als Bub gerne schlitteln gegangen und habe, in noch artenreicher Wiese, Naturkundeunterricht am lebenden Beispiel erfahren. Diese Flächen sind entlang der Kirchlistrasse längst überbaut. Dazwischen liegt eine auf drei Seiten umbaute, zugegeben schöne Wiesenfläche, die einmal eingezont werden kann. Allerdings – und dies sieht der Richtplan vor – nur westlich der durch eine Hecke markierten Linie vom Oberen Kirchliweg zum Ostende der Kirchlistrasse-Überbauung. Städtebaulich gesehen franst heute der östliche Stadtrand im Bereich Rotmonten sichtbar aus. Ein im vorgesehenen Mass überbauter Waltramsberg würde den Stadtkörper gegen Osten deutlich abrunden. Das Wehklagen der Nachbarschaft, die keine Skrupel empfand, als sie ihre Häuser errichten liess, ist unbegründet. Ich empfehle allen Interessierten, vom «Schwarzen Bären» über den Kapf zu wandern und von dort aus – unvoreingenommen – zum Waltramsberg zu schauen. Man wird sehen, dass unsere Stadt auch nach der vorgesehenen Teil-Überbauung die Stadt im Grünen Ring bleiben wird.

Ich setze mich lieber ein, dass wir ein schönes, den Bildungsauftrag unterstützendes Naturmuseum erhalten. Nur: All dies kostet Geld. Da kann es unserer Stadt nicht schaden (da bin ich Opportunist genug), wenn wir einige zahlungskräftige Steuerzahler an guter Lage wohnen haben. Irgendwie muss sich St. Gallen baulich entwickeln. Der Verlust bester Landwirtschaftsböden in Tieflagen der Agglomeration ist bei weitem tragischer.

Kurt Schönenberger Heiligkreuzstr. 15a, 9008 St. Gallen

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