WALTER ZOO: Stürmische erste Begegnung von Tigerpaar

Das Warten hat ein Ende: Am Freitagmorgen durfte Viktor ganz direkt zur jungen Tigerin Julinka, die kurz vor Weihnachten in das Abenteuerland Walter Zoo kam.

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Unter grossen Sicherheitsvorkehrungen durfte sich das Tigerpaar erstmals kennenlernen. (Bild: Evelyne Eichenberger/Walter Zoo)

Unter grossen Sicherheitsvorkehrungen durfte sich das Tigerpaar erstmals kennenlernen. (Bild: Evelyne Eichenberger/Walter Zoo)

Tiger Viktor fackelte nicht lange, als er am Freitagmorgen mit der anderthalbjährigen Neuzuzügerin Julinka zusammengelassen wurde: Er bestürmte sie dermassen, dass sie sich mit einem Prankenhieb wehren musste. Nun ist er etwas zurückhaltender, sie unterwirft sich ihm – die Verhältnisse sind fürs Erste geklärt. Dass Viktor eine Schramme im Gesicht davongetragen hat, ist harmlos: Solche Begegnungen zwischen Tigern können auch tödlich enden.

Rendez-vous mit viel Sicherheitspersonal
Um die Risiken so weit wie möglich auszuschalten, haben die Verantwortlichen des Walter Zoos die erste Begegnung eng begleitet. Am Freitagmorgen standen zehn Mitarbeitende bereit, um die Tiger im Notfall auseinander zu treiben: Die einen standen mit Signalhörnern bereit, mit deren Lärm die Tiere abgelenkt worden wären, andere waren auf Posten, um Durchgänge zwischen den Gehegen zu schliessen. Dass das nicht nötig wurde, lag auch an der Vorbereitung, wie aus einer Medienmitteilung des Walter Zoo hervor geht. «Dazu gehört, dass die beiden am Vorabend je ein grosses Stück Fleisch erhalten haben», sagt Zootierärztin Karin Federer, «Hunger hätte sie wohl aggressiv gemacht.»


Am Gitter beobachtet
Die Vorbereitung auf diese direkte Begegnung begann bereits bei Julinkas Ankunft. Zuerst konnte sie sich alleine und ziemlich weit weg von Viktor in der Tigerhöhle einleben, vor eineinhalb Wochen durfte sie dann in die grosse Aussenanlage. Dort war sie Gitter-an-Gitter mit Viktor, aufmerksam beobachtet von der Biologin und Zoo-Kuratorin Leandra Pörtner: «Diese Woche haben wir nun gesehen, dass die beiden positiv aufeinander reagieren, dass sie sich zum Beispiel mit einem Zupusten freundlich begrüssen und Julinka sich auf den Rücken legt.» Deshalb habe man sich entschieden, die beiden Tiger bereits jetzt zusammenzulassen. «Das hätte auch viel länger dauern können.»

Die Hoffnung bei den Verantwortlichen des Walter Zoos sowie des europäischen Erhaltungsprogramms (EEP) für den Sibirischen Tiger bleibt, dass Julinka und Viktor dereinst Nachwuchs haben werden. (pd/red.)