Waldkirch plant das Lernen 2.0

Die Oberstufe in Waldkirch geht mit der Zeit. Am Mittwoch wurden das neue Lernatelier und das iPad-Projekt der Öffentlichkeit präsentiert.

Flavio Dal Din
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Schulleiter Raphael Frei demonstriert die Lern-Apps auf dem iPad. (Bild: Flavio Dal Din)

Schulleiter Raphael Frei demonstriert die Lern-Apps auf dem iPad. (Bild: Flavio Dal Din)

WALDKIRCH. Im Oberstufenzentrum Bünt starten nach dem Sommerferien gleich zwei innovative Projekte: das iPad-Pilotprojekt in einer dritten Oberstufenklasse und das Lernatelier für die gesamte dritte Oberstufe. Beide wurden am vergangenen Mittwoch der Öffentlichkeit präsentiert und die Anwesenden konnten das Lernatelier ein erstes Mal besichtigen.

Individuelles Lernen fördern

Das Lernatelier ist hell. An den Wänden stehen Schränke mit Lernmaterialien. Von Grammatikbüchern über Lexika bis zum Mathematikbuch findet man alles. Im Raum verteilt stehen Tische, die durch Trennwände etwas abgeschottet wirken. Auf den Tischen liegen Hefte und an den Trennwänden kleben Konjugationstabellen. «Der Raum soll eine gute Lernatmosphäre bieten», erklärt Schulleiter Raphael Frei, «und durch die Trennwände entstehen Arbeitsplätze, an denen die Schüler konzentriert arbeiten können.» Das Ziel des Ateliers sei es, das individuelle Lernen zu fördern. «Die Schüler können selber auswählen, woran sie gerade arbeiten möchten», sagt Frei. Sie sollen einen dreiteiligen Lernprozess durchlaufen. «Zuerst planen die Schüler, was sie lernen wollen, dann lernen sie und am Ende blicken sie auf den Prozess zurück», erklärt Frei. Während des Prozesses führen die Schüler über die einzelnen Phasen Protokoll. «Der Lehrer hat dabei die Funktion eines Coaches», sagt Frei. So werde er die einzelnen Phasen begleiten und den Schüler wenn nötig unterstützen. Das Lernatelier wird nach den Sommerferien von der dritten Oberstufe während mindestens zwei Lektionen pro Woche genutzt. Doch man könne den Raum auch öfter buchen, «und auch Klassen der anderen Stufen können das Lernatelier nutzen», erklärt Raphael Frei.

Neugierde auf das iPad

Auch bei den Eltern scheint das Lernatelier gut anzukommen. So meint die Mutter eines Schülers: «Es gefällt mir sehr. Die Schüler erlernen so Selbständigkeit, in dem sie sich das Wissen selber erarbeiten müssen.»

Die neugierigsten Blicke erntet jedoch das iPad. So bilden sich rasch Grüppchen um die Lehrer, die das Gerät in der Hand halten und den Eltern die verschiedenen Lern-Apps erklären. Auch dieses Projekt löst vorwiegend positive Reaktionen aus: «Es ist sicherlich etwas Gutes – wenn es denn zum Lernen und nicht zum Spielen genutzt wird», sagt eine Mutter schmunzelnd.