WALDKIRCH: «Nur der Gemeinde verpflichtet»

Der Bernhardzeller Daniel Fürer ist der Dritte in der Runde der Waldkircher Kandidaten für das Gemeindepräsidium. Der amtierende Gemeinderat will als Präsident wichtige Dossiers wie die Sportstättenplanung vorantreiben.

Johannes Wey
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Daniel Fürer kennt wichtige Dossiers wie die Sportstättenplanung, die Strukturen 17 oder das Schulhausprojekt von der Arbeit als Gemeinderat. (Bild: Michel Canonica)

Daniel Fürer kennt wichtige Dossiers wie die Sportstättenplanung, die Strukturen 17 oder das Schulhausprojekt von der Arbeit als Gemeinderat. (Bild: Michel Canonica)

Herr Fürer, was reizt Sie am Amt des Gemeindepräsidenten?

Daniel Fürer: Ich bin mit dieser Region seit meiner Kindheit stark verwurzelt. Als Parteiloser möchte ich mich für das Wohl der Bürger einsetzen.

Und die Arbeit selbst reizt Sie nicht?

Fürer: Doch natürlich. Ich bin nun seit zwei Jahren im Gemeinderat und konnte schon vieles an die Hand nehmen. Das Aufgabengebiet des Gemeindepräsidenten ist sehr vielseitig. Diese Vielseitigkeit und der Kontakt mit den Bürgern reizen mich.

Sie kandidieren unabhängig von der überparteilichen Findungskommission. Haben Sie sich ebenfalls zuvor dort beworben?

Fürer: Ich habe mich an die Findungskommission gewendet und es unter die letzten fünf Kandidaten geschafft. Letztlich hat die Findungskommission mit Aurelio Zaccari und Sandro D'Antuono zwei andere Kandidaten vorgeschlagen.

Seit wann war Ihnen klar, dass Sie dennoch, auch ohne Unterstützung der Findungskommission, kandidieren möchten?

Fürer: Im Nachgang der Podiumsdiskussion Anfang Juni kamen verschiedene Personen auf mich zu und fragten, ob ich mir eine Kandidatur nicht überlegen wolle. Sie stammen vor allem aus bäuerlichen und bürgerlichen Kreisen. Nach Rücksprache mit meiner Familie und dem Reifen des Entscheids habe ich mich dann entschlossen, dieses Vertrauen entgegenzunehmen und zu kandidieren.

Wie schätzen Sie als Parteiloser aus dem kleineren Teil der Gemeinde Ihre Wahlchancen ein?

Fürer: Ich denke, ich konnte in den vergangenen beiden Jahren als Gemeinderat gute Arbeit leisten. Ich spüre viel Rückhalt bei den Bürgern, aber auch aus den Vereinen, für die ich mich bei verschiedenen Gelegenheiten stark eingesetzt habe. Von da her sind reelle Chancen da.

Für den Fall, dass es nicht reicht: Sie kandidieren auch als Gemeinderat. Können Sie sich vorstellen, nach der Wahl mit einem Gegner aus dem Wahlkampf zusammenzuarbeiten?

Fürer: Auf jeden Fall. Mein Ressort, Infrastruktur, Freizeit und Kultur, liegt mir sehr am Herzen. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren konnten wir als Gemeinde bei den Vereinen viel Vertrauen aufbauen, das würde ich gerne weiterführen.

Weshalb sind Sie als politisch engagierter Mensch parteilos?

Fürer: Die politische Einstellung hängt doch immer von der Lebenssituation ab. Von meinem Beruf her, aus wirtschaftlicher Sicht, sähe ich mich eher bei der einen Partei, als Vater zweier Söhne im schulpflichtigen Alter bei einer anderen. Zudem will ich mich einfach geben, wie ich bin und wie mich die Leute kennen.

Weshalb sind Sie dennoch Mitglied in der IG Bernhardzell?

Fürer: Wir haben zwei Ortsteile, Bernhardzell macht knapp einen Drittel der Einwohner aus. Aber wir sind eine einzige Einheitsgemeinde, und deshalb ist es wichtig, dass beide Seiten vertreten sind. Dafür ist die IG Bernhardzell da.

Was qualifiziert Sie zum Gemeindepräsidenten?

Fürer: Zum einen meine natürliche, offene Art und meine breite Erfahrung in der Wirtschaft. Zum anderen, dass ich als unabhängiger Kandidat nur dem Wohl der Gemeinde und der Bürger verpflichtet bin.

Sehen Sie es als Vorteil, dass Sie als einziger amtierender Gemeinderat kandidieren?

Fürer: Sicher. Ich bin bereits in verschiedene grosse Projekte der Gemeinde involviert, als Projektleiter bei der Sportstättenplanung, als stellvertretender Leiter beim Projekt Strukturen 17 und als Mitglied in der Baukommission Schulhaus Breite. Deswegen bringe ich gegenüber den anderen Kandidaten einen Wissensvorsprung mit, mit dem ich viele Arbeiten nahtlos weiterführen könnte.

Was sind Ihre Kernthemen?

Fürer: Das sind die Entwicklung der Gemeinde bei gleichzeitigem Schutz des Kulturlands, die Herausforderungen, welche die höhere Lebenserwartung mit sich bringt, und, was uns künftig ebenfalls stark beschäftigen wird, die Unterbringung und Integration der Asylsuchenden.

Sie arbeiten massgeblich an der Sportstättenplanung mit. Erhoffen Sie sich deswegen auch Unterstützung der Vereine, namentlich der Sportvereine?

Fürer: Bei der Bedürfnisabklärung für die Sportstättenplanung hat man nicht nur die Sportvereine, sondern möglichst viele Anspruchsgruppen abgeholt. Jeder Verein ist unheimlich wichtig für das Dorf, jeder Einwohner, der Vereinsmitglied ist, ist ein Gewinn. Für mich ist die Sportstättenplanung wegen der Sache wichtig, nicht wegen der Wahlchancen.

Was würden Sie bei einer Wahl anders machen als Ihr Vorgänger?

Fürer: Mein Vorgänger hat lange Jahre sehr gute Arbeit geleistet. Ich möchte es nicht grundsätzlich anders machen. Das grosse Thema werden sicher die Strukturen 17 mit dem Geschäftsleitungsmodell. Das heisst, wir werden stärker als Team arbeiten. Und ich bin ein Teamplayer.

Was macht einen guten Gemeindepräsidenten aus?

Fürer: Er muss sich für seine Gemeinde einsetzen, damit wir in unserer ländlichen Gemeinde die Lebensqualität auf hohem Niveau halten können. Es ist wichtig, dass wir unserer schönen, weit entwickelten Gemeinde gut Sorge tragen und Herausforderungen früh erkennen.

Bild: JOHANNES WEY

Bild: JOHANNES WEY