Waldkirch kann auf Steuererhöhung verzichten

Den Waldkirchern dürften wegen Strassenraumgestaltung und Landverkauf in diesem Jahr noch zwei ausserordentliche Bürgerversammlungen bevorstehen.

Gisela Tobler
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WALDKIRCH. Nur 115 von 2367 Stimmberechtigten der Gemeinde Waldkirch fanden am Montag den Weg an die Bürgerversammlung in der Turnhalle Bünt. Gemeindepräsident Franz Müller gab dem Schneetreiben die Schuld daran. Für die Bernhardzeller war sogar eigens ein Bus organisiert worden, den gerade mal zwei Personen benutzten.

Lieber Bindung statt iPad

Bevor die Traktandenliste behandelt wurde, hielt Müller Rückschau auf das Jahr 2012 und bedankte sich für die Wiederwahl in seine nunmehr sechste Amtszeit. Anschliessend präsentierte Schulratspräsident Andreas Bolzern vier Thesen zur Strategie 2017, in der sich der Schulrat mit der Zukunft der Schule Waldkirch-Bernhardzell auseinandersetzt. Unter anderem stelle sich die Frage, wie viele Bezugspersonen in einer Klasse vertretbar seien. Des Weiteren ist Bolzern überzeugt, dass die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler höher zu gewichten sei als die technische Aufrüstung. «Wenn alle Schüler über ein iPad verfügen, sagt dies noch nichts über die Qualität des Unterrichts aus.»

Keine Gegenstimmen

Nachdem Franz Müller die wichtigsten Zahlen zu Jahresrechnungen, Voranschlägen und Steuerfuss erläutert hatte, stimmten die anwesenden Waldkircherinnen und Waldkircher den Anträgen der Geschäftsprüfungskommission diskussionslos und ohne Gegenstimmen zu. Somit bleibt der Steuerfuss unverändert bei 140 Prozent, obwohl der Gemeinderat im Vorfeld eine Erhöhung auf 145 Prozent ins Auge gefasst hatte. Dank Gewinnvortrag, Reservebezug und zu erwartenden Steuermehreinnahmen konnte davon abgesehen werden.

Zwei Versammlungen

Im Juni wird der Gemeinderat an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung über die Strassenraumgestaltung informieren. In der allgemeinen Umfrage wollte ein Bürger wissen, wann die Überbauung Dorfegg realisiert werden könne, da Bedarf an weiteren Wohnungen vorhanden sei. Franz Müller gab an, der Gemeinderat sei in Verhandlungen mit einem konkreten Interessenten und werde in der zweiten Jahreshälfte eine weitere ausserordentliche Bürgerversammlung einberufen, um über den Verkauf des 5000 Quadratmeter grossen Grundstückes zu entscheiden.

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