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WALDKIRCH: Kampf bleibt bislang aus

Bis Ende Jahr wird entschieden, was mit der Poststelle passiert. Nach der hitzigen Diskussion am Infoanlass ist es im Dorf ruhiger geworden. Vreni Breitenmoser steht indessen mit Politikern in Kontakt.
Angelina Donati
Die Tage der Post in Waldkirch scheinen gezählt. Noch in diesem Jahr soll feststehen, was mit der Poststelle geschieht. (Bild: Benjamin Manser)

Die Tage der Post in Waldkirch scheinen gezählt. Noch in diesem Jahr soll feststehen, was mit der Poststelle geschieht. (Bild: Benjamin Manser)

Angelina Donati

angelina.donati@tagblatt.ch

Bürger fanden am Infoanlass der Post von Ende April klare Worte und ernteten dafür Spontanapplaus von den rund 90 Anwesenden. Wohin es nämlich führt, wenn die Post unter dem Titel «neue Lösung» einlädt, wurde ihnen schnell vor Augen geführt. Bereits zahlreichen Poststellen rund um Waldkirch blühte dasselbe Schicksal. In den meisten Fällen wurde im Dorfladen eine Agentur ein­gerichtet, in wenigen Fällen wurde die Dienstleistung sogar ganz aufgehoben.

Waldkirch ohne Post ist für viele Bürger unvorstellbar, wie sich am Infoanlass zeigte. In Voten teilten sie ihre Befürchtungen, und Vreni Breitenmoser appellierte, gemeinsam für den Erhalt der Poststelle zu kämpfen. Mittlerweile ist es im Dorf aber etwas ruhiger geworden. Vreni Breitenmoser nahm indessen mit drei Nationalräten Kontakt auf, wie sie sagt: «Sie alle haben vertiefte Kenntnisse zum Thema Postschliessungen und reichten über die nationalrätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen einen Vorstoss ein.» Auch habe sie Informationen von einer anderen St. Galler Gemeinde erhalten, welche ähnlich viele Einwohner wie Waldkirch hat und sich in derselben Situation befindet und bis jetzt erfolgreich für ihre Post kämpft. Durch das Wissen über das Vorgehen und die Argumente erhofft sich Vreni Breitenmoser mehr Klarheit und will die Chancen für Waldkirch abschätzen.

Längere Öffnungszeiten durch Postagentur

Klar ist momentan nämlich nur, dass weitere Gespräche zwischen der Gemeinde und der Post stattfinden werden. «Bis Ende Jahr wissen wir, in welche Richtung es mit der Poststelle geht», sagt Gemeindepräsident Aurelio Zaccari. Ein Zeitrahmen, den er für sinnvoll erachtet, denn: «Das Ganze hinauszuzögern bringt nichts.» Dem Gemeinderat sei es aber ein Anliegen, dass «gute Lösungen», insbesondere auch fürs Gewerbe, gefunden werden, wie Zaccari betont. Gleichzeitig sagt er aber auch, dass die Gemeinde nur wenig Einfluss nehmen könne und die Zukunft in den Händen der Post liege. Konkret bedeute es, dass die Poststelle entweder erhalten bleibe, ein Hausservice eingeführt werde oder in einem Betrieb eine Postagentur entstehe. «Dass die Dienstleistungen der Post komplett aufgehoben werden, wird nicht der Fall sein», versichert der Gemeindepräsident. Die Entrüstung der Bevölkerung kann der Gemeinde­präsident nachvollziehen. Auch bei der Schliessung der Poststelle in Bernhardzell habe es laute Stimmen gegeben. «Nach und nach hat sich der Sturm dann aber gelegt», sagt Zaccari. Wohl nicht zuletzt auch, weil mit der Postagentur auch Vorteile geschaffen wurden: «Wie zum Beispiel längere Öffnungszeiten.»

Unterschriftensammlung stand mal zur Diskussion

Vreni Breitenmoser sieht in der Schliessung der Poststelle vor allem für die KMU einen Verlust. Sie selbst gebe als Präsidentin und Sekretärin von regionalen und nationalen Musikorganisationen regelmässig Spezial- und Massensendungen auf. Ob ein Versand in dieser Grössenordnung auch künftig bei der Postagentur möglich ist, sei nie klar kommuniziert worden. Schwierig stellt sie sich ausserdem ein Ausweichen auf die Poststelle in Gossau vor: «Dann stecke ich im Feierabendverkehr fest, müsste aber dringend Sendungen aufgeben.»

Einige Bürger hätten Vreni Breitenmoser auf eine Unterschriftensammlung für den Erhalt der Poststelle in Waldkirch angesprochen. Allerdings fehle ihr die Zeit, etwas auf die Beine zu stellen, da sie mit Vorbereitungen für nationale Musikprojekte beschäftigt sei. «Wenn jemand anderes mobilisiert, würde ich auf jeden Fall mitziehen.» Andererseits ist sie der Auffassung, dass es eigentlich «Sache des Gemeinderates» sei, sich nun für den Standort einzusetzen.

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