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WALDKIRCH: Der Dienstleister in Gummistiefeln

Gelassen, naturverbunden und zuweilen fast philosophisch: Sandro D'Antuono entspricht nicht dem Bild eines typischen Politikers. Bei einem Rundgang durchs Dorf zeigt sich der CVP-Kandidat fürs Gemeindepräsidium von seiner emotionalen Seite.
Corinne Allenspach
WALDKIRCH 26.10.2016 Sitzbank am Waldrand. Wahlen Waldkirch Gemeindepräsidium. Dorfrundgang mit Kandidat Sandro D'Antuono. © Samuel Schalch / TAGBLATT (Bild: Samuel Schalch (Samuel Schalch))

WALDKIRCH 26.10.2016 Sitzbank am Waldrand. Wahlen Waldkirch Gemeindepräsidium. Dorfrundgang mit Kandidat Sandro D'Antuono. © Samuel Schalch / TAGBLATT (Bild: Samuel Schalch (Samuel Schalch))

WALDKIRCH. Man hätte es sich ja denken können. Für einen ehemaligen Pfadfinder gibt es kein schlechtes Wetter. Mit Gummistiefeln, Regenjacke und Schirmmütze steht Sandro D'Antuono parat. Gut gerüstet an diesem regnerischen Tag, um seine «Tour de Waldkirch» mit einem Spaziergang zu beginnen. Start ist – wie es sich für einen Vertreter der Familienpartei gehört – beim CVP-Mann daheim. Seinem Rückzugsort, wo er Kraft tanken könne. Ein gelbes Reihenhaus in einem schmucken Quartier, vom OZ Bünt nur durch eine Strasse und ein Wäldchen mit Bach und Spielplatz getrennt. «Ein sehr schöner Ort, um aufwachsen zu dürfen», sagt der Vater dreier Kinder zwischen 11 und 17 Jahren. Und für Eltern ein Ort der Ruhe in einer hektischen Zeit. Ein Ort, der es ermögliche, Kindern die richtigen Werte mitzugeben.

Der Nebel hängt tief an diesem Morgen. Umso wohltuender wirkt das bunte Herbstlaub und das Bimmeln der Kuhglocken. «Sehen Sie, das gefällt mir besonders an unserer Gemeinde: Wir sind nahe bei der Stadt, aber trotzdem sehr ländlich.» Sandro D'Antuono steuert in seinen Gummistiefeln zielstrebig Richtung Tannenberg. Zu seinem persönlichen Lieblingsplatz, einem Bänkli am Waldrand. Hierher komme er oft abends mit seinen zwei Hunden, um abzuschalten. «Bei schönem Wetter sieht man über ganz Waldkirch bis in den Thurgau», sagt der Treuhänder und Mediator.

Rhetorische Gewandtheit als Gabe

Die Aussicht muss man sich an diesem Morgen denken. Aber die friedliche Stimmung ist spürbar. Kaum zu glauben, dass es in Waldkirch bei politischen Geschäften oft gehässig zugeht. D'Antuono schreckt das nicht ab. «Ich finde es gut, dass Waldkirch nicht nur eine Schlafgemeinde ist, sondern die Leute sich auch interessieren und engagieren.» Zudem ernte man dank richtiger Kommunikation als Gemeindepräsident auch weniger Kritik, ist er überzeugt.

Vielleicht nicht ganz zufällig, dass D'Antuonos Tour mit einem Spaziergang beginnt. Wie ein Spaziergang wirkt auch sein Wahlkampf. Obwohl in gut einer Woche gewählt wird, strahlt der 46-Jährige eine Gelassenheit aus, die schon fast unheimlich ist. Ist er nicht nervös? «Angespannt ja, aber nervös nicht.» Das sei er nur sehr selten. Gerade seine Gelassenheit hätten ihm einige Leute nach den Podien im ersten Wahlgang vorgeworfen. «Ich stünde so locker da und interessiere mich gar nicht richtig, bekam ich zu hören.» Das stimme natürlich nicht: «Aber es ist eine Gabe, die ich habe, vor Leuten frei zu reden.» Auch für seine Tour braucht er keinen «Spickzettel». Vorbereitet sei er selbstverständlich schon, sagt er und klaubt wie zum Beweis am Schluss seine Notizen aus den Jeans, um festzustellen: «Doch, ich habe alles gesagt, was mir wichtig war.»

Etwas zu wenig klar ausgedrückt hatte er sich im ersten Wahlgang zum Projekt Breite. Kein Wunder, wählt er für die dritte Station die Schule. Genauer gesagt das Schulhaus Steig, 1906 gebaut, wo einst die Oberstufe einquartiert war, heute sind es Kindergärten, Mittagstisch, Musikschule und Jugendtreff.

Die Begegnungen mit Menschen machen es aus

Bei einem Schulhausneubau gehe es nicht nur ums Geld, sondern auch um Emotionen, weil es immer ein Abschiednehmen sei. «Das war schon beim Bau des OZ Bünt so.» Und es sei auch beim Neubauprojekt Breite so. Mehrfach habe er von Bürgern gehört, sie seien selber dort zur Schule gegangen und das sei tiptop gewesen. «Aber inzwischen ist das Schulhaus bald 60 Jahre alt», sagt D'Antuono. Und um altersdurchmischtes Lernen umsetzen zu können, brauche es geeignete Räume. «Wenn man etwas bewegen und Neues gestalten will, muss man Altes loslassen können.» Das Projekt, das im Frühjahr 2017 zur Abstimmung kommt, bezeichnet D'Antuono als «abgerundet». «Es bietet viel für Schule, Sport und Vereine.»

Nach Bernhardzell geht's mit dem Auto. Über eben diesen Graben, der die beiden Dörfer trennt. Immer rede man davon, man müsse sie zusammenbringen. «Aber jedes Dorf hat seine eigene Schwingung und Kultur», sagt D'Antuono. Aufgabe der Politik müsse einzig sein, dass sich keines der Dörfer benachteiligt fühle. «Hier isst man übrigens sehr gut», wirft D'Antuono ein, als er am «Adler» vorbei auf den Parkplatz vor der stilvollen Bernhardzeller Barockkirche zusteuert. Ziel ist aber der neue Generationenplatz. Umrahmt von Kindergarten, Altersheim Wiborada und Friedhof. «Das hat doch eine höhere Bedeutung», glaubt D'Antuono. Ihm gefalle der Gedanke, dass nicht nur Kinder den Spielplatz nutzen können, sondern auch Menschen im Herbst ihres Lebens an der Freude der Kinder teilhaben dürfen. «Die Begegnungen mit Menschen sind es doch, die das Leben ausmachen.» Mit dem Generationenplatz habe Bernhardzell Waldkirch definitiv etwas voraus.

Letzter Halt ist vor dem Gemeindehaus, «wo ich hoffentlich bald arbeiten und etwas bewegen darf». Die Gemeindeverwaltung müsse ein offenes Haus sein, wo man gerne hingehe, sich willkommen fühle und Hilfe bekomme, sagt D'Antuono. Und als wäre das Ganze inszeniert, kommt just in diesem Moment ein Senior vorbei und nutzt die Gelegenheit, sich bei ihm über die bröckelnde Fassade am Gemeindehaus zu beklagen.

Sandro D'Antuono, Kandidat der CVP fürs Gemeindepräsidium, auf seiner persönlichen «Tour de Waldkirch»: Von oben links im Uhrzeigersinn bei seinem Lieblingsbänkli am Fusse des Tannenbergs, beim in die Jahre gekommenen Schulhaus Steig, vor dem Gemeindehaus und auf dem neuen Generationenplatz in Bernhardzell. (Bilder: Samuel Schalch (26. Oktober 2016))

Sandro D'Antuono, Kandidat der CVP fürs Gemeindepräsidium, auf seiner persönlichen «Tour de Waldkirch»: Von oben links im Uhrzeigersinn bei seinem Lieblingsbänkli am Fusse des Tannenbergs, beim in die Jahre gekommenen Schulhaus Steig, vor dem Gemeindehaus und auf dem neuen Generationenplatz in Bernhardzell. (Bilder: Samuel Schalch (26. Oktober 2016))

WALDKIRCH 26.10.2016 Schulhaus. Wahlen Waldkirch Gemeindepräsidium. Dorfrundgang mit Kandidat Sandro D'Antuono. © Samuel Schalch / TAGBLATT (Bild: Samuel Schalch (Samuel Schalch))

WALDKIRCH 26.10.2016 Schulhaus. Wahlen Waldkirch Gemeindepräsidium. Dorfrundgang mit Kandidat Sandro D'Antuono. © Samuel Schalch / TAGBLATT (Bild: Samuel Schalch (Samuel Schalch))

WALDKIRCH 26.10.2016 Gemeindehaus Waldkirch. Wahlen Waldkirch Gemeindepräsidium. Dorfrundgang mit Kandidat Sandro D'Antuono. © Samuel Schalch / TAGBLATT (Bild: Samuel Schalch (Samuel Schalch))

WALDKIRCH 26.10.2016 Gemeindehaus Waldkirch. Wahlen Waldkirch Gemeindepräsidium. Dorfrundgang mit Kandidat Sandro D'Antuono. © Samuel Schalch / TAGBLATT (Bild: Samuel Schalch (Samuel Schalch))

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