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WALDKIRCH: Bruno kommt bald nicht mehr

Ein halbes Jahrhundert arbeitete Bruno Hengartner bei der Firma Wäger AG. Bald geht er in Pension. Dieser Schritt löst bei ihm gemischte Gefühle aus – ebenso bei seinen Mitarbeitern.
Manuel Bruhin Redaktiongo
Seit 50 Jahren ist Bruno Hengartner als Elektriker bei der gleichen Firma tätig. Die Technik hat sich allerdings massiv verändert seit 1968. (Bild: Sabrina Stübi)

Seit 50 Jahren ist Bruno Hengartner als Elektriker bei der gleichen Firma tätig. Die Technik hat sich allerdings massiv verändert seit 1968. (Bild: Sabrina Stübi)

Manuel Bruhin redaktiongo

@tagblatt.ch

«Einzigartig!» - Dieses Wort nimmt sein ehemaliger Chef Markus Wäger immer wieder in den Mund, um seinen langjährigen Mitarbeiter Bruno Hengartner zu beschreiben. Für ihn ist klar: Ihn zu ersetzen, wenn nun bald die Pension winkt, wird schwer, sehr schwer. «Eigentlich fast unmöglich.» Ob soviel Lob wird Bruno Hengartner verlegen, aber entsprechend glücklich. Seine Arbeit und das Umfeld bei der Firma Wäger AG in Waldkirch habe er stets zu schätzen gewusst. «Ich hatte immer tolle Chefs, Mitarbeiter und Kunden um mich herum», sagt Hengartner. Einen anderen Beruf zu wählen, sei für ihn aus diesem Grund gar nie zur Diskussion gestanden.

1968 war Technologie auf einfachem Stand

Im April 1968 war es, als der damals 15-jährige «Bub» Bruno Hengartner bei der Firma Wäger AG seine Lehre zum Elektriker antrat. Zu dieser Zeit arbeiteten die rund 15 Mitarbeiter unter der Führung von Herbert Wäger in den Kellerräumen des Wohnhauses der Familie Wäger. «Damals gab es noch sehr wenig Material, alles Technologische war auf einem einfachen Stand», erinnert sich Hengartner an die Anfangszeiten zurück. Die letzten Höfe in der Gemeinde waren gerade erst an den Strom angeschlossen worden. Seine Arbeit habe sich im vergangenen halben Jahrhundert natürlich sehr verändert, wenn er an die heutige moderne Haustechnik und Telefonie denke, sagt Hengartner. Damit Schritt zu halten, sei eine Herausforderung. Eine jedoch, welcher er stets mit Freude entgegensah, wie sein ehemaliger Chef Markus Wäger betont. «Er ist nie stehen geblieben. Und gehört auch nicht zu den Leuten, welche den alten Zeiten nachtrauern.» Überhaupt sei seine Arbeit dadurch nie langweilig geworden, sagt Bruno Hengartner.

Die beiden verbindet entsprechend ein enges und nicht ganz alltägliches Chef-Mitarbeiter-Verhältnis. Markus Wäger lernte das Handwerk bei der elterlichen Firma, Hengartner bildete den Schützling aus. 1993 übernahm Wäger schliesslich die Firmenleitung, die Rollen wurden getauscht. Dies stellte für beide jedoch gar kein Problem dar – im Gegenteil. «Das hat super funktioniert. Wir sind beide gute Praktiker, lösung- sowie kundenorientiert», sagt Hengartner. Daneben war es vor allem Letzteres, was Hengartner stets von Neuem motivierte. Dies sei wahrscheinlich sein Geheimnis, sagt Markus Wäger. «Er blieb stets an der Sache dran, bis die Kunden zufrieden waren. Das ist in der heutigen Zeit wohl einzigartig.» Viele Kunden hätten stets nach Hengartner verlangt. «Auch wenn das hiess, dass sie ein oder zwei Tage länger warten mussten», hält Wäger fest. «Kann Bruno kommen?» Diese Frage sei oft gestellt worden.

Mit seiner Frau nach Afrika reisen

Ab Juli wird diese Frage definitiv der Vergangenheit angehören. Dann wird Bruno Hengartner sich nach 50 Jahren in der gleichen Firma in die wohlverdiente Pension verabschieden. Aber nicht, ohne vorher mit den Mitarbeitern in der alten Werkstatt zu feiern. «Es ist schon ein spezielles Gefühl», sagt Bruno Hengartner. Er denke aber nicht, dass ihm langweilig werde. Reisen möchte er mit seiner Frau, vor allem nach Afrika.

Wenn «die Legende geht», wie es Wäger umschreibt, würden sicherlich Emotionen kommen. Die Firma verfüge über ein junges und gutes Team. Das Know-how, wie es bei Hengartner der Fall war, müsse es natürlich erst erarbeiten. Dies setze von Mitarbeitern wie auch Kunden Flexibilität voraus. Und wenn wirklich einmal Not am Mann sei, liege natürlich die Frage auf der Hand: «Kann Bruno kommen?» - Dieser lacht und meint, ganz in seiner bescheidenen Art: «Natürlich, ich helfe gern.»

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