Wahlkampf ist lanciert

Es könnte ungemütlich werden für Alex Brühwiler. Hinter seinem Rücken basteln die Ortsparteien auf Anstiftung der SVP an einem regelrechten Komplott: Auf dem Inserateweg soll Ersatz gefunden werden für den Stadtpräsidenten.

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Es könnte ungemütlich werden für Alex Brühwiler. Hinter seinem Rücken basteln die Ortsparteien auf Anstiftung der SVP an einem regelrechten Komplott: Auf dem Inserateweg soll Ersatz gefunden werden für den Stadtpräsidenten. Nach drei Amtsdauern sei es Zeit für eine Blutauffrischung, für frischen Wind eben. Findet die SVP.

Noch haben weder CVP, FDP, Flig noch SP signalisiert, dass sie ein solches Vorgehen unterstützen würden. Prüfen will man die «Idee» aber allemal. In Unkenntnis notabene, ob der parteilose Brühwiler nächsten Herbst überhaupt noch einmal antritt. Bis im Frühling will sich der 56-Jährige für diesen Entscheid Zeit lassen.

Ob sich der ausgebildete Rechtsanwalt aufgrund der drohenden «Inseratekampagne» seine berufliche Zukunft nun doch etwas früher überlegt, ist fraglich. Ohnehin darf angenommen werden, dass er längst entschieden hat, seine Absichten vorderhand aber noch für sich behält. Was ohne Partei im Nacken, die im Falle eines Rücktritts die Nachfolge zu regeln hätte, sein gutes Recht ist.

Sollte sich dann tatsächlich eine überparteiliche Findungskommission bilden und die erst noch einen valablen Amtsanwärter finden, so ist das vielleicht nicht die ganz feine Art, jemandem den Rücktritt nahezulegen. Allzu verwerflich ist es aber auch nicht. Denn kandidiert Brühwiler wieder, was anzunehmen ist, kann dem Volk immerhin eine Auswahl geboten werden: Erfahrung gegen frischen Wind sozusagen.

Nur, wer wagt es, gegen einen Stadtpräsidenten anzutreten, dem, bis heute zumindest, weder Misswirtschaft noch Unfähigkeit und auch kein Skandal angelastet werden kann? Der Wahlkampf 2012 ist lanciert, Brühwiler vorgewarnt. Die SVP aber auch. Andreas Nagel

andreas.nagel@tagblatt.ch