WAHLJAHR: Ein Gossauer im Regierungsrat

Wahlen prägten das Jahr 2016 von Anfang bis Ende. Die Sieger waren Bruno Damann im ­Februar, Toni Thoma und Helen Alder im September sowie Aurelio Zaccari im November.

Johannes Wey
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Bruno Damann beim Interview nach der Wahl in die Regierung. (Bild: Michel Canonica)

Bruno Damann beim Interview nach der Wahl in die Regierung. (Bild: Michel Canonica)

Johannes Wey

johannes.wey@tagblatt.ch

Freud und Leid lagen 2016 für die CVP in Gossau, Waldkirch und Andwil eng beieinander. Den Höhepunkt erlebte die Partei schon am 28. Februar mit der Wahl Bruno Damanns in die Kantonsregierung. Der Arzt und Goss­auer Stadtrat erzielte mit über 90000 stimmen ein Glanzresultat und konnte sich als einziger neuer Kandidat den zweiten Wahlgang ersparen. Damann ist erst der zweite Gossauer Regierungsrat in der Geschichte des Kantons.

Ende Oktober erlitt Damann einen Herzinfarkt und musste operiert werden. Zwei Wochen später konnte der Volkswirtschaftsdirektor seine Arbeit in einem reduzierten Pensum wieder aufnehmen, seit dem zweiten Dezember ist er wieder in Vollzeit tätig.

Damanns Wahl im Februar war auch Auslöser für den zweiten Triumph der CVP Gossau. Bei den Gesamterneuerungswahlen am 25. September gelang es ­Helen Alder Frey mühelos, den freien Sitz im Stadtrat im ersten Wahlgang zu verteidigen. Sie distanzierte Carla Schelb (SVP) um fast 1300 Stimmen. Der CVP gelang es zudem, Alders bisherigen Sitz im Schulrat zu verteidigen und sogar einen auf Kosten der FDP dazuzugewinnen.

Im Stadtparlament ging hingegen ein Sitz verloren. Die CVP muss sich mit nunmehr neun Sitzen den Status als grösste Fraktion mit der SVP teilen. Zulegen konnte hingegen die SP, die nun auf vier Sitze kommt und ab der nächsten Sitzung vom 10. Januar mit Monika Gähwiler-Brändle voraussichtlich erstmals die Parlamentspräsidentin stellen wird.

CVP verliert in Andwil und Waldkirch

Während die CVP in Gossau dank Bruno Damann und Helen Alder jubeln konnte, erlebte sie in Andwil und Waldkirch ein böses Erwachen. In Andwil wird sie 2017 erstmals nicht den Gemeindepräsidenten stellen. Toni Thoma (SVP) errang im ersten Wahlgang am 25. September einen ­klaren Sieg gegen seinen Gemeinderatskollegen Reto Mauchle (CVP).

Dass es in Andwil überhaupt zu einer Kampfwahl ums Gemeindepräsidium kam, war Dominik Gemperli geschuldet. Der amtierende Gemeindepräsident entschied sich Ende April entgegen einer ersten Ankündigung dafür, nicht mehr anzutreten. Stattdessen liess er sich in Goldach aufstellen, wo er ebenfalls am 25. September konkurrenzlos gewählt wurde.

Einen Dreikampf um die Nachfolge von Franz Müller (CVP) lieferten sich in Waldkirch Sandro D’Antuono (CVP), Aurelio Zaccari (FDP) und der Parteilose Daniel Fürer. Wie erwartet wurde ein zweiter Wahlgang nötig, in welchem sich Zaccari am 6. November durchsetzte.

Auch das Schulpräsidium geht mit dem Jahreswechsel von CVP- in FDP-Hand über. Mit 894 zu 457 Stimmen liess Susanne Roth ihren Konkurrenten Christian Frei weit hinter sich. Das Präsidium wurde frei, als Schulpräsident Andreas Bolzern bei der Bürgerversammlung im März überraschend seinen Rücktritt ankündigte. Als Grund nannte er die hohe Arbeitsbelastung, aber auch das «Grundmisstrauen» in der Gemeinde. Bei einer Informationsveranstaltung im Vorfeld der Bürgerversammlung hatte Bolzern viel Kritik einstecken müssen.