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WAHLEN: Sie blieben sich nichts schuldig

Die Kandidierenden für den vakanten Stadtratssitz haben am Tagblatt-Podium im Kugl ihre Positionen dargelegt. Von Sozialpolitik bis zu Finanzfragen blieb dabei kaum ein Themenfeld unbehandelt.
Luca Ghiselli
Sonja Lüthi und Boris Tschirky stellen sich im Kugl den Fragen von Reto Voneschen (links) und Daniel Wirth (rechts). (Bild: Hanspeter Schiess)

Sonja Lüthi und Boris Tschirky stellen sich im Kugl den Fragen von Reto Voneschen (links) und Daniel Wirth (rechts). (Bild: Hanspeter Schiess)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Für den zweiten Wahlgang vom 26. November zeichnet sich im Kampf um den Sitz des verstor­benen Stadtrats Nino Cozzio ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Boris Tschirky (CVP) und Sonja Lüthi (GLP) ab. Ans Tagblatt-Podium im Kugl sind am Montagabend rund 120 Interessierte gekommen, um sich ein Bild der Kandidierenden zu machen. Bevor Tschirky und Lüthi aber die Bühne betraten, stellte sich zunächst Roland Uhler vor. Der ­Parteipräsident der Schweizer Demokraten mischt als Aussenseiter ebenfalls im zweiten Wahlgang mit, und erhielt separat die Gelegenheit, seine Positionen darzulegen (siehe Seite 20).

In der Diskussion mit Lüthi und Tschirky lag der Fokus zunächst auf der Finanzpolitik. Neben dem Budget 2018 der Stadt und dem damit verbundenen Entscheid des Stadtrats, den Steuerfuss unangetastet zu lassen, gab auch die geplante Erweiterung der Fernwärme zu reden. Der Volksentscheid dazu fällt nämlich am gleichen Sonntag wie die Entscheidung im zweiten Wahlgang. Sowohl Tschirky als auch Lüthi sprachen sich für die zweite Etappe des Fernwärmenetz-Ausbaus aus. «Es wäre falsch, nun auf halbem Weg stehen zu bleiben», sagte Tschirky. Und auch Lüthi bekannte sich zu dem Projekt, da man bereits viel Geld darin investiert habe.

Jede Position kritisch hinterfragen

Auch beim Thema Sparen herrschte auf dem Podium grösstenteils Einigkeit, wenn auch nicht bis ins letzte Detail. Als das Gespräch von den beiden Moderatoren Daniel Wirth und Reto Voneschen auf die Ausgabe­freudigkeit in der Verwaltung ­gelenkt wurde, sagte Sonja Lüthi: «Man muss mit dem Betrag auskommen, denn man erhält. Und dann entscheiden, welche Projekte wie umsetzbar sind.» Und Tschirky ergänzte: «Es ist wichtig, dass man sich in der Verwaltung den Spiegel vorhält. Jede Position muss kritisch hinterfragt werden.» In der Diskussion um die Sozialpolitik beklagte der CVP-Kandidat die hohen Kosten von Sondermassnahmen, die GLP-Kandi­datin hob die Bedeutung von Programmen zur Reintegration Jugendlicher hervor.

Nach einem Block zur Asylpolitik drehte sich die Diskussion um den Führungsstil und das stadträtliche Selbstverständnis der beiden Kandidierenden, bevor mit der Verkehrspolitik ein heisses Eisen der Stadtpolitik angefasst wurde. Während sowohl Tschirky als auch Lüthi sich überrascht und enttäuscht über das Aus für ein Tram in St. Gallen zeigten, gingen die Meinungen über die Mobilitäts-Initiative deutlich auseinander (siehe Seite 20). Als die Sprache auf städtische Grünflächen kam, herrschte überraschenderweise wieder Einigkeit. Tschirky betonte, man müsse klar definieren, wo die innere Verdichtung stattfinden solle. Und in Bezug auf die Diskussion um das Wiesli im Museumsquartier sagte er, man müsse bei der Stadtentwicklung immer freie Grünflächen berücksichtigen. Sonja Lüthi verwies in diesem Zusammenhang auf St. Fiden, den Güterbahnhof und andere Ge­biete in der Stadt, die sich besser für die Entwicklung eigneten als die Wiese im Museumsquartier. «Grünflächen müssen erhalten bleiben. Deshalb hat mich auch der Volksentscheid zur Sömmerliwiese gefreut.» Dem Applaus nach zu urteilen, hatte Lüthi ­spätestens zu diesem Zeitpunkt die meisten Zuschauer auf ihrer Seite.

Wahlkampfkassen und die Theater-Sanierung

Zur Fragerunde gesellte sich SD-Kandidat Roland Uhler dann wieder zu den beiden anderen Kandidierenden. Neben Fragen zur Wahlkampffinanzierung (Lüthi gibt 30 000 Franken aus, Tschirky 50 000 Franken und Uhler 500 Franken) wurde auch die Kultur angesprochen. Die ehemalige SP-Kantonsrätin Agnes Haag wollte wissen, was Kultur den Kandi­daten wert sei. Die Diskussion kam dabei auf die Sanierung des Theaters. Während Tschirky und Lüthi sich für diese Investition aussprachen, plädierte Uhler für den Abbruch. «Ein Neubau käme günstiger», sagte er – und erntete dafür Widerspruch von Boris Tschirky.

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