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WAHLEN: Für einige bleibt noch viel zu tun

Am Tagblatt-Podium mit den Kandidierenden für den freiwerdenden Stadtratssitz zeigte sich ein unterschiedliches Bild: Während die einen mit souveränen oder frechen Auftritten überzeugten, blieben andere den Beweis schuldig, echte Alternativen zu sein.
David Gadze
Andri Bösch, Ingrid Jacober, Boris Tschirky, Sonja Lüthi und Jürg Brunner (von links) stellen sich im Kugl den Fragen von Daniel Wirth (rechts aussen) und Reto Voneschen (links aussen). (Bild: Hanspeter Schiess)

Andri Bösch, Ingrid Jacober, Boris Tschirky, Sonja Lüthi und Jürg Brunner (von links) stellen sich im Kugl den Fragen von Daniel Wirth (rechts aussen) und Reto Voneschen (links aussen). (Bild: Hanspeter Schiess)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Für die Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen um den freiwerdenden Stadtratssitz von Nino Cozzio geht es jetzt in die entscheidende Phase: In diesen Tagen erfolgt der Versand der Wahlunterlagen an die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Viel Zeit, um Unentschlossene von sich zu überzeugen oder gemachte Meinungen allenfalls zu revidieren, bleibt Andri Bösch (Juso), Boris Tschirky (CVP), Sonja Lüthi (GLP), Ingrid Jacober (Grüne) und Jürg Brunner (SVP) also nicht mehr. Eine Chance dazu bot sich den Kandidierenden am Tagblatt-Podium vom Montagabend im Kugl, wo sie sich vor rund 200 Besuchern den Fragen der Moderatoren Daniel Wirth und Reto Voneschen stellten.

Andri Bösch demonstrierte einmal mehr, dass er ein belebendes Element in diesem Wahlkampf ist – und ein durchaus ernstzunehmender Kandidat. Der 20-Jährige zeigte sich angriffslustig und schlagfertig und punktete mit pointierten Aussagen. Zwar wagte er sich gelegentlich in Themengebiete, die nicht auf lokaler politischer Ebene anzusiedeln sind. «Warum soll ich von vornherein sagen, ich könne da und dort nichts bewirken?», antwortete er auf einen entsprechenden Einwand und konterte die Unterstellung, er sei ohnehin viel zu jung und unerfahren für das Stadtratsamt und eigentlich chancenlos: «Es braucht eine Stimme für die jungen Leute in diesem überalterten Gremium.»

«Bussen sind manchmal ein Raubzug an den Bürgern»

Einen souveränen Auftritt legte Kronfavorit Boris Tschirky hin. Der CVP-Mann punktete mit markigen Statements und liess seine Kontrahenten immer wieder spüren, dass er den am besten gepackten Rucksack hat. Auf das vom Stadtrat angestrebte Wachstum St. Gallens angesprochen, relativierte er die Bedeutung einer hohen Einwohnerzahl: Diese habe zwar eine «andere Aussenwirkung», viel wichtiger sei jedoch ein selbstbewusstes Auftreten. Fusionen mit den angrenzenden Gemeinden und insbesondere mit «seiner» Gemeinde Gaiserwald seien derzeit «kein Thema».

Auch Jürg Brunner hielt mit seiner Meinung nicht zurück, beispielsweise zum Bussenregime der Stadtpolizei: Kontrollen dürften keine Schikanen sein, sagte der Unternehmer und SVP-Stadtparlamentarier. «Teilweise kommen sie einem Raubzug an den Bürgern gleich.» Vielfach sei das Motiv für Bussen nicht Prävention, sondern das Füllen der Stadtkasse. Entsprechend sei die Kriminalisierung der Kleinkonsumenten von Rauschmitteln «blöd». Dennoch sei er gegen eine Legalisierung von Cannabis, sagte Brunner, der zugab, auch schon gekifft zu haben. Joints seien noch ungesünder als Zigaretten, die Langzeitfolgen und -kosten viel höher als allfällige Vorteile einer Legalisierung.

Die beiden Frauen halten mit den Männern nicht mit

Überraschend blass zeigte sich – wie schon am «Poli-Tisch» der FDP vor zwei Wochen (Ausgabe vom 17. August) – Sonja Lüthi. Die grünliberale Kantonsrätin, der viele am ehesten zutrauen, Boris Tschirky in Bedrängnis bringen zu können, zeigte nur selten die dafür notwendige Angriffigkeit. Gerade im Vergleich zu den leidenschaftlichen Auftritten ihrer männlichen Kontrahenten kam Lüthi viel zu selten aus sich heraus. Ihre Statements waren oft sachlich-nüchtern, so dass bei gewissen Themen wie der Sozialpolitik kaum spürbar wurde, wo sie persönlich steht und wofür genau sie sich als Stadträtin einsetzen würde.

Auch Ingrid Jacober blieb allzu oft sehr theoretisch und unkonkret. Von sich aus suchte sie den verbalen Schlagabtausch mit den anderen Kandidierenden so gut wie nie. Erst gegen Ende der Diskussion zeigte die Kandidatin der Grünen, dass sie zu Themen wie der Steuerfusssenkung durchaus eine pointierte Meinung vertritt: Solange es Mittel brauche, um gesellschaftliche Herausforderungen wie die 2000-Watt-Gesellschaft oder nur schon die Sanierung von Schulhäusern umzusetzen, sei sie dagegen.

Am Schluss legten die fünf Kandidierenden ihr Wahlkampfbudget offen: Andri Bösch stehen 1500 Franken zur Verfügung, Sonja Lüthi und Ingrid Jacober wenden das Zehnfache auf. Jürg Brunner lässt sich seine Kandidatur 40000 Franken kosten. Mit 50000 Franken hat Boris Tschirky das grösste Budget.

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