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WAHLEN: CVP hart gelandet, Grünliberale beflügelt

Die CVP ist erstmals seit 100 Jahren nicht mehr im Stadtrat vertreten. Sie hat es nicht geschafft, die bürgerlichen Stimmen zu holen. Die GLP hingegen hofft, dass ihr der Einzug in die Exekutive Aufwind verleiht.
Mit Sonja Lüthi zieht erstmals ein Mitglied der Grünliberalen in den Stadtrat ein. Die Partei erhofft sich davon Aufwind. (Bild: Ralph Ribi)

Mit Sonja Lüthi zieht erstmals ein Mitglied der Grünliberalen in den Stadtrat ein. Die Partei erhofft sich davon Aufwind. (Bild: Ralph Ribi)

Über 50 Jahre lang besetzte die CVP zwei Sitze in der St. Galler Stadtregierung. Fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem sie den einen an die SP verloren hatte, hat die CVP gestern auch den zweiten Sitz verloren. Diesmal an die Grünliberalen, deren Kandidatin Sonja Lüthi über 3000 Stimmen vor Boris Tschirky landete. Damit stellen die Christlichdemokraten erstmals seit 1918 kein Mitglied mehr im Stadtrat.

Nicht in falscher Sicherheit gewiegt

Von einer «grossen Enttäuschung» sprach Raphael Widmer, Präsident der städtischen CVP, unmittelbar nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Es sei noch zu früh, um Gründe für die Schlappe zu nennen. Widmer bestreitet jedenfalls, dass sich die Partei zu sicher gefühlt und deshalb zu wenig in den Wahlkampf investiert habe. Es sei zwar richtig, dass Boris Tschirky anfangs als Favorit auf den zu besetzenden Stadtratssitz gegolten habe. Doch spätestens nach den Resultaten des ersten Wahlgangs sei klar gewesen, dass es ein enges Rennen werden könnte. «Darum haben wir einen sehr engagierten Wahlkampf geführt. Boris Tschirky war an diversen Anlässen und in der Öffentlichkeit präsent.»

Am Ende war das Rennen jedoch alles andere als eng. Während Tschirky im zweiten Wahlgang 6966 Stimmen und damit nur knapp 100 Stimmen mehr holte als im ersten, legte Sonja Lüthi um mehr als 4200 Stimmen auf 10096 Stimmen zu. Die Deutlichkeit dieses Resultats könne er sich nicht erklären, sagte Widmer. «Offenbar haben wir es nicht geschafft, die Wähler zu mobilisieren.» Warum nicht, darauf habe er keine Antwort. An Boris Tschirky habe es sicher nicht gelegen. Widmer wehrt sich auch gegen den Eindruck, dass das bürgerliche Bündnis nicht funktioniert habe. «FDP und SVP haben sich klar für Boris Tschirky ausgesprochen, ebenso die Wirtschaftsverbände.» Die CVP dürfe jetzt nicht die Schuld auf andere schieben, sondern müsse sich selbst hinterfragen. «Wir müssen jetzt erst einmal analysieren, was in den vergangenen Jahren falsch gelaufen ist, dass wir zuletzt so herbe Verluste eingefahren haben.» Trotz der gestrigen Niederlage richte er den Blick nun bereits wieder nach vorne, betonte Widmer: «Ich bin überzeugt: Wir kommen wieder.»

Die Ruhe vor dem bürgerlichen Sturm

Ganz anders war die Stimmungslage gestern bei den Siegern, den Grünliberalen. Ihnen ist Historisches gelungen: Die 2004 gegründete Partei hat ihren ersten Stadtratssitz erobert. Er sei «glücklich und erleichtert», sagte Co-Präsident Christoph Wettach. Das ganze Wahlteam habe mit den knappen personellen und finanziellen Ressourcen und dank «enorm grossem» Einsatz Ausserordentliches geleistet. Aufgrund des Wähleranteils habe die GLP nicht davon ausgehen können, zu reüssieren. Er hoffe, dass dieser Sitzgewinn der Partei Aufwind geben werde, sagte Wettach. Diesen wird sie auch brauchen, denn die bürgerlichen Parteien, die in den vergangenen drei Jahren drei von fünf Stadtratssitzen verloren haben, dürften in drei Jahren vor allem jenen der GLP angreifen. (dag)21

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