Vreni Netzers Kuhbilder

Wie die Suppendosen von Campbell's zu Andy Warhol, gehören Kühe zu Vreni Netzer aus Glarus. Ihre Bilder mit den unverwechselbaren Kuhmotiven sind ab dem 7. Mai in der Rathausgalerie in Goldach zu bewundern.

Thili Mayer
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Kühe bilden den Schwerpunkt von Vreni Netzers Malerei. (Bild: zVg)

Kühe bilden den Schwerpunkt von Vreni Netzers Malerei. (Bild: zVg)

GOLDACH. Obwohl bereits in der Schule als künstlerisch begabtes Kind gepriesen, fand Vreni Netzer erst später aus einer Lebenskrise heraus zum Malen. Sie besuchte die Heimschule der Neuen Kunstschule Zürich und verfeinerte dort ihre Malkunst. Anfang der 90er-Jahre gab es bereits erste Ausstellungen mit ihren Aquarellbildern, die Clowns und Blumen zeigten.

Auf die Kuh gekommen

Auf der Suche nach etwas Neuem habe sie im Jahre 1999 mit dem Motiv der Kuh begonnen. Für sie als ehemalige Bauerstochter ein naheliegendes Motiv. Ebenso wichtig wie die Kühe selbst sind für die Künstlerin die Farben und deren Kombinationen und nicht selten werden begonnene Bilder wieder übermalt, so dass am Schluss mehrschichtige Werke entstehen. Die Kühe sind dabei leicht karikiert und sprechen in den stets wechselnden Farbkompositionen viele Betrachter an. Auf sämtlichen Bildern werden die Kühe mit einem spiralförmigen Zeichen versehen, einem weiteren treuen Begleitmotiv. Für Vreni Netzer ein Symbol, das mit der inneren Energie zu tun hat. Um die ausdrucksstarken Bilder zu kreieren, benutzt die Künstlerin alles Mögliche und Unmögliche: Pinsel, Hände, Tücher, Bürsten, Gabeln, Stempel und Rollen – eigentlich gibt es nichts, was sie nicht zur Gestaltung ihrer Bilder gebrauchen kann.

«Lisa hat Heimweh»

Mit dem inzwischen vergriffenen Kinderbuch «Lisa hat Heimweh» zeigt die Künstlerin noch eine weitere Seite ihres kreativen Schaffens. Inspiriert zu diesem Buch hätten sie ihre Töchter, die als Kinder von den selbst erfundenen Geschichten ihrer Mutter nie genug bekommen konnten. Mit der Illustration dieses Buches fand Vreni Netzer schliesslich zu ihrem Kunststil, den sie heute pflegt. Sie male aber nie auf Auftrag, jedes Bild entspringe ihrer spontanen Idee. Die Glarnerin und Mutter dreier erwachsener Töchter führt in ihrem «normalen Leben» zusammen mit ihrem Bruder die Milchzentrale in Netstal. Um Feines aus dem Glarnerland zusätzlich mit Kunst aufzuwerten, kam die Idee, die Becher, welche die selbstgemachten Joghurts enthalten, mit einem Kuhmotiv zu kreieren.

Eines ihrer bekannten Kuhbilder diente dabei als Vorlage. Selbstverständlich darf auch auf dieser edlen Verpackung das spiralförmige Zeichen nicht fehlen. Nun sind die Produkte nicht nur von Einheimischen begehrt, sondern erfreuen sich eines regen Zuspruchs von vielen Auswärtigen, die eigens des Joghurts wegen ins Glarnerland reisen.

Die Vernissage findet am Donnerstag, 7. Mai, um 19.30 Uhr statt. Alle Kunstinteressierten sind ins Rathaus eingeladen.

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