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VORURTEILE: Eine Woche lang zusammenstehen

Die Bevölkerung soll sich selbst hinterfragen: Das ist das Ziel der internationalen Aktionswoche gegen Rassismus, die heute startet. Die Stadt beteiligt sich zum ersten Mal und bietet von Theater über Fragestunden bis zu Fussball ein vielfältiges Programm.
Luca Ghiselli
Vielfalt feiern: Auch am Begegnungstag im Juni wird Rassismus bekämpft. (Bild: Urs Bucher (17. Juni 2017))

Vielfalt feiern: Auch am Begegnungstag im Juni wird Rassismus bekämpft. (Bild: Urs Bucher (17. Juni 2017))

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Rassismus und Ausgrenzung sind nicht immer aggressiv, laut oder gewalttätig. Oft nimmt die Diskriminierung eine unterschwelligere, subtilere Form an. Auch eine pluralistische und vielfältige Gesellschaft wie jene der Stadt St. Gallen, an deren Oberfläche oft alles friedlich verläuft, ist vor solchen Mechanismen nicht gefeit.

Diese Problematik thematisiert die Aktionswoche gegen Rassismus, die heute Donnerstag mit einem Erzählcafé in der Stadtbibliothek startet und noch bis 23. März dauert. Kanton und Stadt St. Gallen beteiligen sich erstmals an der Aktionswoche, die international durchgeführt wird. Das Thema Vielfalt ist für sie deshalb aber nicht neu.

In der Städtekoalition gegen Rassismus

Seit sechs Jahren ist St. Gallen Mitglied der europäischen Städtekoalition gegen Rassismus. Rund 100 Städte engagieren sich in diesem Rahmen gegen Rassismus und für gelebte Vielfalt. «Das Zusammenleben in der Stadt funktioniert gut», sagt Heidi Gstöhl, Leiterin der Dienststelle für Gesellschaftsfragen. «Das bedingt aber, dass die Bevölkerung sich selbst immer wieder hinterfragt.» Deshalb brauche es das ständige Bemühen und das Hinterfragen eigener Denkmuster, um diesen wichtigen gesellschaftlichen Wert zu bewahren. Hier setzt die Aktionswoche an, mit einer breiten Palette an Veranstaltungen: vom Fussballturnier bis zur Theatervorführung (siehe Infobox). Die Aktionswoche ist laut Gstöhl auch ein Zeichen, um «gemeinsam für ein friedliches Miteinander hinzustehen und ein Zeichen zu setzen». Diese Haltung unterstütze die Stadt bereits seit geraumer Zeit, zum Beispiel mit dem interkulturellen Begegnungstag, der jeweils im Juni gefeiert wird und ein zahlreiches Publikum in die St. Galler Altstadt lockt. «Auch bieten wir, wie auch in der Aktionswoche, regelmässig Fragestunden zum Ausländerrecht an», sagt Heidi Gstöhl. Die Bemühungen seitens der Stadt seien also nicht neu, mit der Aktionswoche gegen Rassismus würden sie aber erstmals in einem kurzen Zeitraum gebündelt. «Wir beteiligen uns gerne an dieser internationalen Aktion. Auch, weil wir uns nicht verstecken müssen.»

Die Suche nach Identität

Einer der Höhepunkte des Programms ist die Vorführung des Theaterstücks «Who The Hell Is Heidi?» am kommenden Mittwoch, 19 Uhr, im Kugl. Die Produktion des Zürcher Maxim Theaters zeigt die Suche nach der eigenen Identität und dem typisch Schweizerischen der zugewanderten Protagonistinnen. Sechs Frauen –sie kommen aus unterschiedlichen Ländern und leben in Zürich– erzählen über ihr Leben, über Krieg, Liebe, Familie und den Tod. Wie bei einem Puzzle erschliessen sich dabei nach und nach die unterschiedlichen Biografien der Frauen.

Hinweis Programm der Aktionswoche auf www.begegnungstag.ch

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