VORSTOSS: Wo lagern die Daten der Bürger?

Matthias Ebneter, Stadtparlamentarier der Flig, hat einige Fragen an den Stadtrat zum Thema Datensicherheit. In einer Einfachen Anfrage will er etwa wissen, ob die Daten in Gais gelagert werden sollen.

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Matthias Ebneter, (Bild: PD)

Matthias Ebneter, (Bild: PD)

Der Anstieg elektronischer Daten ist enorm. Weltweit gesehen wächst die Datenmenge gemäss Flig-Stadtparlamentarier Matthias Ebneter gar exponentiell. Der IT-Kenner hat sich mit der Materie vertieft auseinandergesetzt und dieser Tage eine Einfache Anfrage eingereicht.

Von der allgemeinen Entwicklung bleiben auch die Gossauer Stadtverwaltung und die Stadtwerke nicht verschont, schreibt der Politiker in der Einleitung ­seines Vorstosses. Gerade die ­öffentliche Hand sammle und verwalte sensible Informationen, wie etwa Steuerdaten. Natürlich würden auch private Anbieter persönliche Daten von Konsumenten oder Nutzern sammeln. Die meisten vertrauten darauf, dass die Daten aus dem Privat­leben durch die Anbieter vor Verlust und Diebstahl geschützt sind. Solange Nutzerinnen und Nutzer ihre Daten freiwillig abgeben, sieht Matthias Ebneter darin kein Problem. Bei der öffentlichen Hand sehe das hingegen anders aus: «Als Einwohner ist man dazu verpflichtet, sich bei der Ge­meinde anzumelden», schreibt Ebneter im Vorstoss. Da man als Bürger die Daten nicht freiwillig abgibt, müsse die Verwaltung besonders dafür besorgt sein, die Daten der Bürger sicher aufzubewahren. Der Bürger müsse darauf zählen können, dass die Daten vor Verlust und Diebstahl geschützt sind.

Ein möglicher Tresor für die Daten ist das Rechenzentrum Ostschweiz der SAK in Gais, das Ende Jahr betriebsbereit sein soll. Matthias Ebneter erwähnt in seinem Schreiben an den Stadtrat auch die Stadt St. Gallen. Dort habe das Parlament im August entschieden, dass sich die Stadt mit vier Millionen Franken am Rechenzentrum beteiligt. Es ist davon auszugehen, schreibt Ebneter, dass die Stadt St. Gallen ihre Datensicherung ins Zentrum in Gais auslagern wird.

Will Gossau auch ­mitmachen?

Aufgrund der Ausgangslage will Matthias Ebneter vom Stadtrat wissen, wie die Stadt Gossau ihre Daten sichert. Zudem interessiert ihn, wie viel Platz es braucht, um diese Daten zu sichern. Und welche Räume im Rathaus oder ausserhalb dafür gebraucht werden. Wie hoch sind die Kosten dafür?, lautet eine weitere Frage.

Ferner fragt sich Ebneter, ob eine externe Datensicherung denkbar wäre und wie der Stadtrat dazu stehe. Wie St. Gallen könnte sich auch Gossau am ­Rechenzentrum beteiligen. Vom Stadtrat will Ebneter wissen, ob dies in Frage kommt. Und ob es dazu im Falle eines Ja eine Parlamentsvorlage geben wird. Falls der Stadtrat diese Frage mit Nein beantwortet, will Ebneter die Gründe erfahren. (pd/ses)