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Von Tomoe und Fubuki

Federica de Cesco liest in Horn aus ihrem jüngsten Werk «Die goldene Kriegerin». Sie redet wie ein Buch, liest eine Kampfszene und begeistert Kinder, Jugendliche und ehemalige Jugendliche gleichermassen.
Livia Büchler
Federica de Cesco: «In Japan träume ich auf Japanisch.» (Bild: Livia Büchler)

Federica de Cesco: «In Japan träume ich auf Japanisch.» (Bild: Livia Büchler)

HORN. «Wer von Euch hat schon einmal eine Geschichte geschrieben?», Federica de Cesco fragt die Jugendlichen der Oberstufe und Primarschüler von Horn. Einige Schüler strecken ihren Arm über die vielen Köpfe. «Was hast Du geschrieben?», hakt sie nach, als Ramon sich meldet, und begrüsst ihn als Kollegen.

«Mir ist es wahnsinnig wichtig, dass Schüler keine Scheu haben zu schreiben, denn jedes Kind ist einzigartig und hat viel Potenzial. Es bringt mich zur Weissglut, wie wenig dieses gefördert wird.

Kinder sollen schreiben, dichten, musizieren und malen», sagt die Autorin.

Vorurteile überwinden

Sie selbst schrieb ihr erstes Buch mit 16 Jahren, weil sie sich in der Schule gelangweilt habe. Eine Rebellin, die oft unbequeme Fragen stellte und sich damit bei den manchmal überforderten Lehrern unbeliebt machte. Um schreiben zu können, müsse man kein guter Schüler sein, sondern offen für die Welt und Vorurteile überwinden. Sie selbst findet ihre Ideen oft auf Reisen, lässt die Menschen erzählen und hört zu.

«Mein Mann weiss, dass ich nicht nach Japan reise, um Sushi zu essen, sondern um spannende Menschen und Orte zu entdecken.» Bei einem Tempel im Wald in Japan ist sie auf eine bronzene Statue, ein Pferd im Galopp mit einem jungen Mädchen als Reiterin, gestossen. Tomoe – Nationalheldin Japans und Gründerin der berühmten Ninjas. Sie beginnt zu erzählen, wie aus einer wahren Geschichte Japans das Buch «Die goldene Kriegerin» entstand.

Mit grossen Augen hören besonders die Jüngeren gespannt zu. Sie spricht Hochdeutsch, dazwischen einige Worte Mundart – immer mit einer sympathischen, leicht französischen Note. «Voilà», schliesst sie eine Erklärung ab. Sie spricht schneller, wenn es gefährlich wird, berichtet von Abenteuern, Feinden und Freunden. Anschaulich und spannend. Wenn man ihr zuhört, könnte man meinen, man lausche einem Hörbuch.

«Ihr habt gemerkt, dass ich wie ein Buch reden kann», sagt sie dann auch, setzt sich hin und beginnt aus dem Buch vorzulesen. Sie steigt mitten in eine Kampfszene ein: Die mutige Tomoe in ihrer goldenen Rüstung und ihr Pferd Fubuki, japanisch für Schneesturm, kämpfen um ihre Ehre. Der Ausschnitt handelt von Messern, dem «heissen Biss des Schmerzes» und einem Geräusch «wie das knurrende Atemholen eines erschöpften Hundes».

«Soll ich weiterlesen? Sie hat ihn bald...», fragt sie aufgrund des erschreckten Einatmens der Jüngeren. Eine brutale Szene, in der es jedoch auch um Verantwortung, Gerechtigkeit und Mut geht. «Voilà, das wollte ich Euch sagen und Euch auf die japanische Kultur neugierig machen.» Sie bedankt sich auf Japanisch mit einer Verneigung.

Weltreise mit Worten

Seit sie in der Schweiz lebt, heute in Luzern, schreibt Federica de Cesco auf Deutsch, früher tat sie es auf Französisch. Jeder Mensch habe eine eigene Wortwahl, und die Übersetzer hätten dies in ihren Büchern auch.

«Das war nicht ich, deshalb habe ich mir das Deutsch angewöhnt.»

Nach der Lesung signiert sie mit feiner, verschlungener Handschrift ihre Bücher, mit denen sie ihre Leser begeistert und auf Reisen voller Abenteuer mitnimmt.

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