Von Neugestaltung kann keine Rede sein

Kritik an der Nichtlösung Ausgabe vom 3. Februar 2015

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Am 8. März darf das Stadtsanktgaller Stimmvolk über ein Marktplatz-Projekt abstimmen, das nicht einmal den Namen «Neugestaltung» verdient. Einmal mehr zeigt das: Wir leben tatsächlich in der tiefsten Provinz. Oder wie ist es zu erklären, dass nach der gescheiterten ersten Vorlage kein neuer Architekturwettbewerb ausgeschrieben wurde? Herausgekommen ist eine banale, aber überteuerte Variante, die nichts anderes vorhat, als den gesamten Platz vom Individualverkehr zu befreien, und dies für 21 Millionen Franken. Das mit dem Verkehr wäre mit zwei Fahrverbotsschildern günstiger zu bewerkstelligen.

In der Vorlage wird in Eigenregie oder nach persönlichem Empfinden der zuständigen Stadträtin gleich noch der ständige Markt «gekübelt». Das Ganze gipfelt darin, dass im «Projekt» eine öffentliche Toilette für zwei Millionen Franken erstellt werden soll. Da sei die Frage erlaubt: Wollen die das «Schissihüsli» vergolden? Für zwei Millionen könnten eine ToiToi-Toilettenkabine einschliesslich wöchentlicher Reinigung und Entsorgung für 732 Jahre oder deren zwei (eines für Männlein, eines für Weiblein) für 366 Jahre gemietet werden…

Bleibt zu hoffen, dass die Stimmberechtigten dem Vorschlag unserer Stadträtin (wie dies auch unser leider bald scheidender, kompetenter Stadtbaumeister für sich entschieden hat) nicht mehr folgen und diese dilettantische Vorlage bachab schicken.

Jörg Caluori

Egglistrasse 4, 9030 Abtwil

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